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mochten auch beide in diesem seltsamen und plötzlichen Wechselihrer Lage kein Vertrauen gegenseitig blicken lassen. So saßdie ganze Gesellschaft schweigend und niedergeschlagen.
Unterdessen erlitt ihr Herr in der Abgeschiedenheit seinesstillenZimmers Qualen, welche wohl einige von jenen abbüßen konnten,die er über andre verhängt hatte. Er maß das Gemach mit hastigenund ungleichen Schritten, blieb oft stehn und schlug die Hände zu-sammen und gab überhaupt einer Bewegung freien Lauf, die ervor Andern so meisterlich zu verbergen wußte. Endlich blieb er,die Hände ringend, der kleinen Thür gegenüber stehen, welche,wie der alte Mornap andeutete, zum Schauplatz der Ermor-dung eines seiner Vorfahren führte, und allmählig machte erseinen Empfindungen in abgebrochenen Worten Luft.
Karl der Einfältige — Karl der Einfältige! — Wie wird dieNachwelt Ludwig den Elften nennen, dessen Blut wahrscheinlichbalddieFlecken desDeinigen auffrischen wird? Ludwig derNarr —Ludwig der Alberne, — Ludwig der Bethörte — lauter Ausdrücke,die viel zu gelind find, meine ungeheure Dummheit zu bezeichnen!Zu glauben, diese hitzköpfigen Lütticher, denen Rebellion so natür-lich wie Essen und Trinken ist, könnten ruhig bleiben—zu träu-men, der wildeEber der Ardennen werde einen Augenblick die Lauf-bahn seiner trotzigen und blutgierigen Wildheit unterbrechen — zuwähnen, ich würde diesen Karl von Burgund dahin bringen, derVernunft und verständigen Gründe» Gehör zu leihen, so lang' ichnoch nicht mit Glück versucht hatte, einem wilden Stier dergleichenverständlich zu machen — Narr, zwiefacher Dummkopf, der ichwar! Aberder Schurke Martius soll mirnicht entwischen-er hatdas Alles angestiftct, er und der elende Priester, der abscheulicheBalue. Wenn ich je aus dieser Gefahr komme, so will ich ihm denCardinalshut vom Kopfe reißen, und sollte die Haut des Schädelszugleich daran hängen bleiben! aber der andre Verräther ist in mei-