66
tere Gemeinschaft von außen in dieser Nacht, als es nur im-mer mit Euren Instructionen bestehen mag."
„Diese gehen dahin," erwiderte Crövecoeur, „Eure Maje-stät ungestört im Besitz Eurer Gemächer zu lassen. So lautenmeines Herrn Befehle."
„Euer Herr, Graf Crövecoeur," antwortete Ludwig, „denich auch den meinen nennen kann, ist ein recht gnädiger Herr.— Mein Gebiet," setzte er hinzu, „ist etwas zusammenge-schrumpft, denn es umfaßt nur noch eine alte Halle und eineSchlafkammer; doch ist cs noch geräumig genug für alle Un-terthanen, deren ich mich jetzt noch erfreue."
Der Graf von Crövecoeur beurlaubte sich, und bald nach-her konnte man das Geräusch der Schildwachen, die auf ihrenPosten zogen, vernehmen, begleitet von dem Commandowortder Offiziere und dem raschen Tritte der abgelösten Wachen.Endlich ward Alles still, der einzige vernehmbare Ton wardas träge Gemurmel der tiefen, schlammigen Somme, die un-ter den Mauern des Schlosses vorüberglitt.
„Geht in die Halle, meine Freunde," sagte Ludwig zu seinemGefolge; „nur aber schlaft nicht ein. Haltet Euch in Bereitschaft,denn es gibt heut Nacht noch etwas zu thun und zwar sogleich."
Oliver und Tristan zogen sich demnach in die Halle zurück, woBalafrö und des Generalprofoß zwei Gehilsenzurückgeblieben wa-ren, als die übrigen das Schlafgemach betraten. Sie fanden, daßdiese draußen genug Brennstoffin's Feuer geworfen hatten, umzugleicher Zeit hell und warm zu machen, und daß sie sich, in ihreMäntel gehüllt, aufdem Boden in solchcnStellungen niedergesetzthatten, welche auf verschiedene Weise die Unruhe und Niederge-schlagenheit ihrer Gemüther ausdrückten. Oliver und Tristan wuß-ten nichts Besseres zu thun, als ihrem Beispiel zu folgen; und, wiesie nie gute Freunde in den Tagen ihres Glücks am Hofe waren, so