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von Euren Emissären betrachtet, das könnt Ihr nur wissen.Aber mein Herr ist edel von Charakter und, eben durch dieHeftigkeit seiner Leidenschaften, unfähig, hinterlistige Umtriebezu unterhalten. Was er auch thun mag, er wird es im Ange-sichte des Tages und zweier Nationen thun. Und ich kann nurhinzufügcn, daß es der Wunsch jedes seiner Räthe — mit Aus-nahme vielleicht eines einzigen — sein wird, daß er sich in dieserSache mild und großmüthig benehme, ebenso wie gerecht."
„Ach! Crövecoeur," sagte der König, seine Hand fassend,als ob er von peinlichen Erinnerungen berührt würde, „wieglücklich ist der Fürst, welcher Räthe um sich hat, die ihn vorden Folgen seiner eigenen heftigen Leidenschaften schützen kön-nen. Ihre Namen werden in der Geschichte seiner Regierungmit goldnen Lettern zu lesen sein- — Edler Crevecoeur, hättemir mein Geschick gewährt, solche wie du bist, um meinePerson zu haben!"
„In diesem Falle wäre Ew. Majestät erste Sorge gewe-sen, sich ihn so schnell als möglich vom Halse zu schaffen,"sagte der Glorieur-
„Ei! ist Eure Weisheit zugegen?" sagte Ludwig, sich um-kehrend und sogleich den pathetischen Ton, in welchem er Cro-vecoeur angeredet hatte, mit Leichtigkeit in einen solchen ver-wandelnd, welcher heiterer klang. „Bist du uns hierher gefolgt ?"
»Ja, Herr," antwortete Le Glorieur, „Weisheit muß imNarrenkleide folgen, wo Thorheit im Purpur vorangcht."
„Wie soll ich das deuten, Herr Salomo?" antwortete Lud-wig, „möchtest du deine Lage mit der weinigen vertauschen?"
„Nein, wahrlich, ich nicht," sagte der Glorieur, „und wennIhr mir noch fünfzig Kronen obendrein geben wolltet",
„Ei, warum nicht? —Mich dünkt, ich könnte wohl zufriedensein, so wie jetzt die Fürsten sind, dich zum Könige zu haben."