er nun werden sollte, begleitet von dem Schrecken und derFurcht vor Gewaltthaten, die das erzürnte Gemüth seinesmächtig gewordenen Vasallen in diesen geheimen Schlupfwin-keln des Despotismus über ihn verhängen konnte.
Des Königs peinliche Empfindungen wurden, während erüber den Hof ging, noch durch mehrere Leichname verstärkt,über deren jede» man eilig einen Kricgermantel gebreitethatte. Er erkannte bald, daß cs Körper erschlagener Bogen-schützen der schottischen Garde waren, die sich, wie Graf Erb-vccoeur berichtete, dem Befehle widcrsetzt hatten, den Postenvor des Königs Gemächern zu verlassen, und mit des Herzogswallonischer Leibgarde in Streit gerathen waren, so daß, ehederselbe von den beiderseitigen Officieren beigelegt werdenkonnte, mehrere das Leben einbüßten.
„Meine treuen Schotten!" sagte der König, indem er dastraurige Schauspiel betrachtete; „hätte man Mann gegenMann kämpfen lassen, so hätte ganz Flandern, ja, und Bur-gund obendrein nicht Streiter genug gehabt, um es mit ihnenaufzunehmen."
„Ja, wenn Eure Majestät erlaubt," sagte Balafrö, dersich dicht bei dem König hielt, „viele Hunde find des HasenTod — wenige Männer verstehen mit mehr als zweien aufeinmal zu fechten. Ich selber begegne nie gern dreien, außerwo es die Pflicht geradezu erfordert, denn da darf man dieKöpfe nicht zählen."
„Bist du da, alter Bekannter?" sagte der König, fich um-blickend; „dann Hab' ich doch noch einen treuen Unterthanbei mir "
„Und einen treuen Diener, mag es Rathschläge betreffen,oder Amtsverrichtungen bei Eurer königlichen Person," flüsterteOliver le Dain.