Viertes Kapitel.
U ir g e w i ß h e i t.
Dann geht zur Ruh' der niedre Mensch beglückt; —Das Haupt ruht nicht, das eine Krone drückt.
Heinrich IV. — Zweiter Th eil.
Vierzig Krieger, die theils gezogene Schwerter theils bren-nende Fackeln trugen, dienten als die Escorte oder vielmehrals Schutzwache des Königs von der Stadthalle bis zumSchlosse von Peronne; und als er das düstere starke Gebäudebetrat, da war's ihm, als riefe eine Stimme die Mahnungin sein Ohr, die der Florentiner über die Pforte zu den höl-lischen Regionen geschrieben hat; „laß alle Hoffnung zurück!"
In diesem Augenblicke würde der König vielleicht einigeGewissenspcin empfunden haben, hätte er der Hunderte, jaTausende gedacht, die er ohne Ursache oder wegen ungegrün-beten Verdachts in seine Kerkerabgründe geschickt hatte, wosie, aller Hoffnung der Freiheit beraubt, sogar das Leben ver-fluchten, an welchem sie der animalische Instinkt noch sesthielt-
Der blendende Schein der Fackeln überstrahlte den bleichenMond, der in dieser Nacht ohnehin mehr als in der vorigenverhüllt war, und das rothe rauchige Licht, welches jene ringsan den alten Gebäuden verbreiteten, ließ den hohen Kerker,genannt Graf Herbertsthurm, nur noch dunkler erscheinen.Es war der nämliche, den Ludwig am vorigen Abend mitschlimmer Vorahnung betrachtet hatte, und dessen Bewohner