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„Ach! Herr!" sagte der Graf, „ich habe es von einemAugenzeugen, einem Bogenschützen der schottischen Garde desKönigs von Frankreich, der sich in der Halle befand, als derMord aus Befehl Wilhelms von der Mark vollzogen ward."
„Und der ohne Zweifel zu diesem schrecklichen Frevel Hilfeund Beistand leistete!" rief der Herzog, emporfahrend und so wü-thend mit dem Fuße stampfend, daß er den Fußschemel in Stückebrach, der vor ihm stand. „Sperrt die Thürcn dieses Saals, IhrHerren — sichert die Fenster — laßt keinen Fremden von sei-nem Stuhl aufstehn, bei Strafe augenblicklichen Todes! —Meine Kammerherrn, zieht Eure Schwerter." Und indem ersich gegen Ludwig wandte, näherte er seine eigne Hand lang-sam doch fest dem Griff seiner Waffe, während der König,ohne Furcht zu zeigen oder eine vertheidigende Stellung an-zunchmen, nur sagte:
„Diese Neuigkeiten, lieber Vetter, haben Eure Vernunfterschüttert-"
„Nein!" erwiderte der Herzog in furchtbarem Tone,„aber sie haben einen gerechten Zorn erweckt, den ich zulange aus nichtssagenden Rücksichten auf Ort und Umständeunterdrückt hielt. Mörder deines Bruders! — Rebell gegendeinen Vater! — Tyrann deiner Untcrthanen! — verräthe-rischer Bundesgenosse! — meineidiger König! — Mann ohneEhre! — Du bist in meiner Gewalt und ich danke Gottdafür."
„Dankt cs lieber meiner Thorheit," sagte der König;„denn als wir uns unter gleichen Verhältnissen zu Montlherytrafen, wünschtet Ihr Euch, wie mir dünkt, weiter von mirentfernt, als es jetzt der Fall."
Noch hielt der Herzog seine Hand am Schwertgriff, ohnejedoch die Waffe zu ziehen oder gegen einen Feind zu führen,