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6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
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Seinem Charakter getreu, schien jedoch Ludwig wenig Notizvon diesen Mißvergnügten zu nehmen, während er gleichwohl beisich die verschiedenen Mittel erwog, durch welche er sie möglicher-weise wieder von den Fahnen Burgunds abwendig machen und zuden seinigen zurnckbringen könnte; zu diesem Ende beschloß er,diejenigen von ihnen, welchen er den meisten Einfluß zuschrieb,insgeheim durch Oliver und andre Agenten ausforschen zu lassen.

Er selber arbeitete fleißig, aber zu gleicher Zeit vorsichtig,daran, sich bei des Herzogs höhcrn Beamten und Rathen be-liebt zu machen, wozu er die gewöhnlichen Mittel, vertraulicheund häufige Beachtung, gewandte Schmeichelei und Freigebig-keit, anwandte; dies geschah, seiner Erklärung zufolge, nicht,um ihre treuen Dienste ihrem edlen Herrn zu entfremden, son-dern nur, damit sie ihren Beistand leihen möchten, um den Frie-den zwischen Frankreich und Burgund zu bewahren, einenZweck, eben so trefflich an sich selbst, als vortheilhaft für dieWohlfahrt beider Länder und ihrer Beherrscher.

Die Beachtung von Seiten eines so großen und weisen Königswar schon an sich eine mächtige Bestechung; Versprechungen thatenviel, und direkte Geschenke, welche die Gewohnheiten der Zeit denburgundischen Höflingen unbedenklich anzunehmen gestatteten,thaten noch mehr. Während einer Eberjagd im Walde, indeßder Herzog, stets voll Eifer für seinen unmittelbaren Zweck,mochte er Geschäfte oder Vergnügen betreffen, sich ganz der Hitzeder Jagd überließ, fand Ludwig, ungehindert durch jenes Ge-genwart, die Mittel, insgeheim und unbemerkt mit so manchemvon denen zu sprechen, welchen das Gerücht den meisten Einflußbei Karl zuschrieb und unter denen D'Hpmbercourt und Comi-neS nicht vergessen wurden; auch verfehlte er nicht, das zuvor-kommende Benehmen, welches er diesen beiden ausgezeichnetenPersonen bewies,mit Lobsprüchen über den Muth und die Kriegs-