Aber diese Neuigkeiten, obwohl sie das Fehlschlagen eines sei-ner Lieblingspläne anzeigten, schienen dem König gleichwohl mehrinnere Zufriedenheit zu gewähren, als er wahrscheinlich im Falleeines glänzenden Erfolgs hätte blicken lassen. Er seufzte gleicheinem, dessen Brust sich von einer schweren Last befreit fühlt,murmelte seine frömmelnden Danksagungen mit einer sehrandächtigen Miene, erhob seine Augen und beeilte sich, neueund gewissere Pläne der Ehrfurcht zu erfinden.
In dieser Absicht verlangte Ludwig die Gegenwart seinesAstrologen, Martins Galeotti's, welcher mit seinem gewöhnlichenAnsehn erkünstelter Würde erschien, doch nicht ohne einen Schat-ten von Besorgniß auf seiner Stirn, als hätte er an des Königsfreundlichem Empfange gezweifelt. Dieser war indcß gnädig undnoch weit freundschaftlicher, als es bei irgend cinerfrühern Zusam-menkunft der Fall gewesen. Ludwig nannte ihn seinen Freund,seinenVater in den Wissenschaften— den Spiegel, mittelst desseneinKönig in die serneZukunst sehen dürfte —und er schloß damit,daß er ihm einen Ring von beträchtlichem Werth an den Fingersteckte. Galeotti, der die Umstände nicht kannte, welche seinenCharakter so plötzlich in der Achtung Ludwigs erhoben hatten,verstand dennoch sein eignes Gewerbe zu gut, als daß er diese Un-kenntniß hätte blicken lassen sollen. Er nahm mit würdevoller Be-scheidenheit Ludwigs Lobsprüche auf, die, wie er sagte, nur deredlen Wissenschaft gebührten, welche er übte, einer Wissenschaft,die um so größere Bewunderung verdiene, da sie ihre Wundermittelst eines so schwachen Werkzeugs, wie er selber sei, wirkenkönne; und so nahm er und der König mit größerer Zufrie-denheit von einander Abschied, als es je zuvor geschehen war.
Als der Astrolog gegangen war, warf sich Ludwig in einenStuhl, und entließ, da er sehr erschöpft schien, die Uebrigen seinesGefolges, mit Ausnahme Olivers, welcher, ihn mit gefälliger