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„tzm — das ist eben kein gutes Zeichen" — murmelte der Kö-nig ; „aber was ist's mit dem Thurme, mein Freund? und warumbatet Ihr den Himmel, daß ich nicht dort wohnen möchte?"
„Ei, mein gnädigster Fürst," sagte der Seneschall, „ichweiß im Allgemeinen nichts Schlimmes von dem Thurme —nur daß die Schildwachen sagen, es würden Nachts Lichter dringesehn, und seltsames Geräusch vernommen; und allerdingssind Gründe vorhanden, daß dies der Fall sein kann, denn vorAlters ward er als Staatsgcfängniß gebraucht, und es gibtso manche Sagen von Thaten, die darin vorgegangen sind."
Ludwig that keine weitere Frage; denn kein Mensch war mehrverpflichtet als er, die Geheimnisse eines Gefangenenhauses zu ach-ten. An der Thür der für ihn bestimmten Gemächer, die, obwohlneuern Ursprungs als der Thurm, doch noch alt und düstergenug waren, stand eine kleine Abtheilung der schottischen Garde,welche der Herzog, obwohl er Ludwig den Platz nicht cinräumenwollte, dorthin beordert hatte, um der Person ihres Herrnnahe zu sein. An ihrer Spitze stand der treue Lord Crawford.
„Crawford — mein ehrlicher, treuer Crawford," sagte derKönig, „wo bist du den Tag über gewesen? — Sind die Herrenvon Burgund so ungastfreundlich, um den wackersten und edel-sten Herrn, der je an einen Hof kam, zu vernachlässigen? —Ich sah Euch nicht beim Banket."
„Ich lehnte es ab, mein Fürst," sagte Crawford — „dieZeiten haben sich mit mir verändert. ES gab eine Zeit, wo ichcs mit dem besten Zecher in Burgund aufnehmen konnte, unddas im Safte seiner eignen Rebe; jetzt werfen mich schon vierPinten um, und ich denke, Eurer Majestät Dienst verlangt,daß ich in dergleichen meinen Untergebenen ein Beispiel gebe."
„Du bist sehr vorsichtig," sagte der König; „aber gewiß istja doch Eure Muhe geringer, da Ihr hier so wenig Leute zu befehli-