würdet Ihr selber, weit entfernt, Städte an der Somme zu ha-ben, kaum im Besitze der jenseits der Loire gelegenen geblieben sein.Nein — ich gebe keinen Stein davon her, sollte auch jeder Steinmit Gold ausgewogen werden. Ich danke Gott und der Weis-heit und Tapferkeit meiner Vorfahren, daß die Einkünfte Bur-gunds, obwohl es nur ein Herzogthum ist, mir meinen Hof-staat behaupten lassen, selbst wenn ein König mein Gast ist,ohne daß ich genöthigt wäre, mein Erbtheil zu verkaufen."
„Nun wohl, lieber Vetter," antwortete der König auf die-selbe sanfte und gefällige Weise, wie vorher, und ohne durchdie laute Stimme und die heftigen Geberden des Herzogsbeunruhigt zu sein, „ich sehe, daß Ihr zu viele Freundschaftzu Frankreich habt, um von etwas lassen zu können, was ihmgehört. Aber wir werden eines Vermittlers in diesen Angele-genheiten bedürfen, wenn wir sie in der Rathsversammlungverhandeln werden. — Was sagt Ihr zu St. Paul?"
„Weder St. Paul, noch St. Peter, noch sonst ein Heiligerim Kalender," sagte der Herzog von Burgund, „soll mich be-schwatzen, den Besitz von Peronne aufzugeben."
„Ei, Ihr mißversteht mich nur," sagte König Ludwig lä-chelnd; „ich meine Ludwig von Luxemburg, unfern treuen Con-netable, den Grafen von St. Paul. — Ach! heilige Mariavon Embrun! Wir brauchen nur seinen Kopf zu unsrer Ver-handlung ! den besten Kopf in Frankreich und den dienlichsten,um vollkommenen Einklang zwischen uns herzustellen."
„Bei St. Georg von Burgund!" sagte der Herzog, „ichwundere mich, Eure Majestät so von einem Manne reden zuhören, der falsch und meineidig gegen beide, gegen Burgundund Frankreich ist — ein Mann, der stets bemüht war, unsreZwistigkeiten anzufachen, und das in der Absicht, sich selbst dasAnsehen eines Vermittlers zu geben. Ich schwöre bei dem