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6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
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Gebilde seiner Einbildungskraft alle die Eindrücke verdrängtenund umwandeiten, welche sie von den abgestumpften Organendes Sehens und Hörens empfingen; und Durward erkannte,daß er wach sei, nur an den Anstrengungen, die er, seinergefährlichen Lage fich bewußt, von Zeit zu Zeit machte, umeinem tiefen und festen Schlafe zu widerstehn. Dann undwann rief ihn ein Bewußtsein der Gefahr, von oder mit demPferde zu stürzen, zu Anstrengung und Geistesgegenwart zu-rück; bald aber wurden dann seine Augen wieder getrübt durchverworrene Gebilde von mancherlei vermischten Farben, dieMondlichtlandschaft schwamm vor ihnen, und die Erschöpfungüberwältigte ihn so sehr, daß der Graf Criwecoeur, seinenZustand bemerkend, endlich genöthigt war, zwei seiner Leuteneben Durward reiten zu lassen, um darauf zu achten, daß ernicht vom Pferde fiele.

Als man endlich die Stadt Landrecp erreichte, «erstattete derGraf, aus Mitleid mit dem Jüngling, der nun drei Nächtefast gar nicht geschlafen hatte, sich und seinem Gefolge einenHalt von vier Stunden, um auszuruhn und fich zu erquicken.

Tief und gesund war Quentins Schlaf, bis er durch denSchall der Trompete wieder verscheucht ward, und durch denRuf der Fourierc und Quartiermeister,Auf! auf! heda! ihrHerren! zu Pferde, zu Pferde!" Doch, obwohl ihm dieseTöne zu früh und unwillkommen kamen, so erwachte er dochals ein ganz Anderer an Kraft und Muth, als er beim Ein-schlafen gewesen war. Vertrauen auf fich und sein Geschickkehrte mit seinem auslebendcn Muthe und mit der ausgehendenSonne wieder zurück. Er dachte seiner Liebe nicht länger alseines verzweifelten und phantastischen Traumes, sondern alseines hohen und kräftigenden Princips, welches sein Herz stetsermuthigen sollte, wenn er auch nie hoffen dürste, seine Muhe,

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