und sauberes Ansehn den Wohlstand und die Behaglichkeit ihrerBewohner bekundete; — das Mondlicht überglänzte so man-ches tapfern Freiherrn oder Ritters Erbschloß, mit seinem tie-fem Graben, festen Mauern und der hohen Warte, denn dieRitterschaft des Hennegau'S war unter dem Adel Europa'Sberühmt; und in der Ferne ließ dieses Licht in seinem weitge-breiteten Schimmer die riesigen Thürme mehr als eines hohenMünsters erkennen.
Doch alle diese schöne Manchfaltigkeit, wie verschieden sieauch von der Oede und Wildniß seiner eignen Heimat war,hemmte Quentins Gram und Bekümmerniß nicht. Er hattesein Herz zurückgelaffen, als er von Charleroi schied; und dereinzige Gedanke, den ihm die fernere Reise einflößte, war der,daß ihn jeder Schritt weiter von Isabellen hinwegführte. SeineEinbildungskraft bemühte sich, jedes Wort zurückzurufen, wel-ches sie gesprochen, jeden Blick, den sie ihm zugeworfcn hatte;und, wie es oft in dergleichen Fällen geschieht, der Eindruck,den die Erinnerung dieser Einzelnhelten auf seine Phantasiemachte, war noch stärker, als jener, den die Wirklichkeit selbsterregt hatte.
Nachdem endlich die kalte Mitternachtstunde vorüber war,begann, trotz seiner Liebe und seines Kummers, die außeror-dentliche Anstrengung und Mühe, welcher er sich an den bei-den vergangenen Tagen unterzogen, eine Wirkung auf ihn zuäußern, welche die Gewöhnung an Leibesübungen jeder Art,seine vorzügliche Lebendigkeit und Thätigkeit des Charakters,so wie die quälenden Betrachtungen, die seine Seele beschäf-tigten, bisher ihm hatten fremd bleiben lassen- Seine Gedan-ken fingen jetzt an, so wenig abhängig zu sein von den Ein-wirkungen seiner Sinne, die durch außerordentliche Anstren-gungen nun gänzlich erschöpft und ermattet waren, daß die