232
Platz inne hatte, die äußerste Vorsicht empfohlen hatte. Ebensoersuchte er ihn auch, während der Anwesenheit der Isabellevon Crope eine Ehrenwache vor dem Kloster aufzustellen, —dem Vorgeben nach, um ihre Sicherheit zu bewachen, vielleichtaber nur, um einen etwaigen Fluchtversuch zu verhindern. DerGraf empfahl der Besatzung Wachsamkeit und führte als Grunddafür ein Gerücht an von Unruhen, die im Bisthum Lüttich auS-gebrochen sein sollten. Aber er war entschlossen, selbst dererste zu sein, der die schreckliche Nachricht vom Aufstande unddem Morde des Bischofs mit Gewißheit dem Herzog Karl über-brächte; und daher stieg er, nachdem er für sich und sein Ge-folge frische Pferde hatte besorgen lasse», mit dem Entschlüsseauf, die Reise nach Peronne ohne weitere Rast fortzusetzen;er benachrichtigte Quentin Durward, daß er ihn begleiten müsse,und fügte zugleich eine neckende Entschuldigung hinzu, daß erihn von der schönen Begleiterin trenne; indeß hoffe er, daßein, den Damen so ergebener, Knappe eine Reise zur Nachtbei Mondschein gewiß angenehmer finden würde, als sich zumSchlafe, wie andre gemeine Sterbliche, hiuzulegen.
Quentin, ohnehin zur Genüge mißmuthig, da er sich von Isa-belle getrennt sah, hätte gern diesen Spott durch eine tkotzigeHerausforderung beantwortet; aber im Bewußtsein, daß derGraf seinen Zorn bloß belachen und seine Ausforderung verachtenwerde, entschloß er sich, von der Zukunft eine Gelegenheit zu er-warten, wo er Genugthuung von diesem stolzen Edelmanne erlan-gen könne, der ihm, wiewohl aus ganz verschiedenen Gründen,fast eben so verhaßt war, wie der wilde Eber der Ardennen selbst.Er fügte sich daher Crevecoeur's Vorschlag, da ihm keine andereWahl übrig blieb, und gemeinschaftlich verfolgten sie mit der mög-lichsten Schnelligkeit die Straße von Charleroi nach Peronne-Ende des zweiten Theiles.