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6 (1851) Quentin Durward
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oder gerächt; und wie es nun war, sprach ich wenigstens mei-nen Abscheu laut genug aus, um andre Greuel zu verhüten."

Ich glaube dir, junger Mann," sagte der Graf;weder deinAlter noch dein Charakter sind von der Art, daß man dir solch' blu-tiges Werk anvertrauen dürfte, wiewohl du dich sehr gut zu ei-nem Knappen für Damen eignest. Doch ach! dieser freundlicheund großmüthige Prälat an dem Herde gemordet zu werden,wo er den Fremdling so oft mit christlicher Liebe und fürstlicherGüte bcwirthete und das durch einen Schuft, ein Ungeheuer!ein Ungethüm an Blutgier und Grausamkeit! in derselben Hasteerzogen, wo er seine Hände mit des Wohltbätcrs Blut besudelte! Aber ich müßte Karl von Burgund nicht kennen ja, ichmüßte an der Gerechtigkeit des Himmels zweifeln, wenn die Rachenicht so scharf, so plötzlich und streng wäre, als diese Schurkereibeispiellos und gräßlich: Und wenn kein Andrer den Mörder ver-folgen sollte" hier schwieg er einen Augenblick, griff an'sSchwert, dann ließ er den Zaum fallen, schlug beide eisengepan-zerte Hände über der Brust zusammen, daß der Harnisch raffelte,und hob sie dann gen Himmel, indem er feierlick' fortfuhr:Ich,ich, Philipp Crövecoeur von Cordes, gelobe zu Gott, St. Lambertund den drei Königen zu Köln, daß ich wenig an andere irdischeDinge denken will, dis ich volle Rache an den Mördern des gutenLudwig von Bourbon genommen, mag ich sie im Wald oder Feld,in Stadt oder Land, auf Hügeln oder in Ebenen, an des KönigsHof, oder im Gotteshaus finden! Und darum setz' ich Land undHabe, Freund und Vasallen, Leben und Ehre zum Pfände. Sohelfe mir Gott und St- Lambert von Lüttich, und die drei Königevon Köln!"

Als der Graf von Crevecoeur dies Gelübde gethan hatte, schiensich sein Herz in etwas zu sammeln von dem überwältigendenSchmerz und dem Staunen, womit er die unheilvolle Tragödie,

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