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„Ermordet!" rief Graf von Crövccoeur wieder — „HeiligeMutter Gottes! — junger Mann, cs ist unmöglich!"
„Ich sah die That mit meinen eignen Augen vollbringen,und überdies noch viele andere Greuel."
„Ihr saht es, — und standet dem guten Prälaten nicht bei!"rief der Graf, „oder warum brachtet Ihr das Schloß nicbt in Alarmgegen seine Mörder? — Weißt Du nicht, daß es schon ein ungeheu-rer Frevel ist, eine solche That anzusehn, ohne sich zu widersetzen?"
„Um kurz zu sein, Herr Graf," sagte Durward, — „bevordiese That geschah, war das Schloß durch den blutdürstigenWilhelm von der Mark mit Hilfe der aufrührerischen Lütticherbereits erstürmt."
„Ich bin vom Donner gerührt!" sagte Crövccoeur. „Lüttichin Aufruhr? — Schönwald genommen — der Bischof ermor-det? — Unglücksbote, nie eröffneie ein Mann auf einmal einesolche Menge von Trauernachrichten! — Sprich — wußtet Ihrvon diesem Angriff — von diesem Aufstand, von diesem Mord?— Sprich — Du bist einer von Ludwigs vertrauten Bogen-schützen, und er ist es, der diesen tödtlichen Pfeil entsandte- —Sprich, oder ich will Dich mit wilden Pferden zerreißen lassen!"
„Und wenn Ihr mich auch so zerreißt, Herr Gras, so werdetIhr doch nichts aus mir herausbringen, was sich nicht für einentreuen schottischen Edelmann ziemt. Ich weiß nicht mehr von diesenSchurkereien als Ihr, — ich war so weit entfernt, daran Thcil zunehmen, daß ich ihnen vielmehr auf's Aeußerste widerstanden habenwürde, hätten meine Mittel nur um den zwanzigsten Theil meinenWillen erreicht- Aber was könnt' ich thun? — sie waren Hun-derte und ich nur Einer. Meine einzige Sorge war, die GräfinIsabelle zu retten, und darin war ich glücklich. Doch, wär' ichnahe genug gewesen, als die schurkische That so grausam an demalten Manne verübt ward, ich hätte sein graues Haar beschützt,