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6 (1851) Quentin Durward
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barmherzige Augen im Himmel gibt, die auf das menschlicheElend herniedersehen. Es ist ein Plan, an den man nur mitFurcht und Abscheu denken kann, den man aber auch für eineso unglaubliche Verrätherei und Schurkerei erklären muß, daßcs Gottlosigkeit wäre, zu glauben, er hätte je ausgesührt wer-den können. Aber nun seh' ich auch deutlich ein, warum dieheuchlerische Marthon stets den Samen kleiner Unzufriedenheitoder Eifersucht zwischen meiner Verwandten und mir zu näh-ren schien, während sie stets gegen diejenige von uns, die ge-rade anwesend, der Schmeichelei voll war, und Alles anwandte,was dieser gegen die abwesende Verwandte Vorurtheile ein-flößen konnte. Doch nimmer träumte mir, daß sie meine mirsonst so zugethane Verwandte dahin bringen könnte, mich denGefahren in Schönwald zu überlassen, während sie selber entfloh."

Also erwähnte Gräfin Hameline," sagte Quentin,gegenEuch nichts von der beabsichtigten Flucht?"

Nein," erwiderte die Gräfin,aber sie spielte auf jeneMittheilung an, die mir Marthon machen würde. Um die Wahr-heit zu gestehen, meiner armen Verwandten Kopf war so ver-dreht durch das geheimnißvolle Geschwätz des erbärmlichen Hay-raddin, den sie am nämlichen Tage zu einer langen und ge-heimen Conferenz vorgelassen hatte, und sie ließ so viele selt-same Winke fallen, daß daß kurz, ich mochte in solcherStimmung nicht auf eine Erklärung von ihrer Seite dringen.Aber es war grausam, mich zurück zu lassen."

Ich glaube die Dame Hameline von solcher Unfreundlich-keit freisprechen zu können," sagte Quentin:denn die Aufre-gung jenes Augenblicks und die Dunkelheit der Nacht war sogroß, daß ich glaube, Gräfin Hameline wähne sich so gewißvon ihrer Nichte begleitet, als ich selber, getäuscht durch Mar-thons Kleidung und Benehmen, in der Gesellschaft beider Da-