viel über ihr Gemüth vermochten; sie war es, die, jene Vor-hersagungcn bekräftigend, sie aufmunterte zu — wie soll iches nennen? — dem Glauben an Täuschungen, die sich aufHei-rathen und Liebhaber bezogen, die das Alter meiner Verwandtentheils unziemlich, theils unwahrscheinlich erscheinen ließen. Ichzweifle nicht, daß wir vom Anfang mit solchen Schlingen durchLudwig von Frankreich umgeben waren, um uns zur Flucht anseinen Hof zu vermögen, oder vielmehr um uns in seine Ge-walt zu bringen; und wie unköniglich, unedel und unritterlich,nach jener vorschnellen That von unsrer Seite, er sich gegenuns benahm, das könnt Ihr, Quentin Durward, bezeugen.Doch ach! meine Verwandte! was glaubt Ihr wohl, daß ihrSchicksal sein werde?"
Im Bemüh», Hoffnungen einzuflößen, die er kaum fühlte,antwortete Durward, daß die Habsucht jener Leute stärker alsjede andere Leidenschaft wäre; daß Marthon, eben als er sieverließ, sich vielmehr als Beschützerin der Gräfin benahm; undendlich, daß sich nicht leicht ein Grund denken ließe, der jeneElenden veranlassen könnte, die Gräfin zu mißhandeln oder zumorden, da sie doch durch ihre gute Behandlung nur gewinnenund ein Lösegeld auswirken könnten.
Um der Gräfin Isabelle Gedanken von diesem traurigenGegenstände abzulenken, erzählte ihr Quentin offen die Ver-rätherei MaugrabinS, die er in dem Nachtquartier bei Namurentdeckte, und die als das Resultat einer Uebcrcinkunft zwi-schen dem König und Wilhelm von der Mark erschien. Isa-belle schauderte vor Abscheu, und dann rief sie, sich sammelnd:„ich bin beschämt, und habe mich versündigt, da ich so sehr amSchutze der Heiligen zweifeln konnte, als ob sie nur einenAugenblick die Ausführung eines so äußerst grausamen, schlech-ten und ehrlosen Planes begünstigen könnten, da es doch noch