Druckschrift 
6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
210
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2IV

ließ, und eben so wenig von dem umgehenden Gerücht, daßsie in die Hände Wilhelms von der Mark gefallen sei. Zart-finn verhinderte ihn, das erstere anzudeuten, und Rücksicht aufdie Gefühle seiner Begleiterin, für welche Kraft und Anstren-gung jetzt vorzüglich nöthig waren, hielt ihn ab, auf das letz-tere anzuspielen, welches überdies nur als Gerücht zu ihm ge-drungen war.

Diese Erzählung machte, obwohl jener wichtigen Einzeln-heiten beraubt, einen heftigen Eindruck auf die Gräfin Isabelle,die, nachdem sie schweigend eine Zeitlang geritten war, end-lich im Tone kalten Mißfallens sagte:Und so verließt Ihrmeine unglückliche Verwandte im wilden Walde, der Gnadeeines schlechten Zigeuners und einer verrätherischen Dienerinanheimgegeben? Arme Verwandte, Du warst gewohnt, diesesJünglings Treue zu rühmen!"

Hätte ich nicht so gehandelt, Fräulein," sagte Quentin,der sich mit Recht beleidigt fühlte, daß man sein tapferes Be-nehmen so auslegte,was wäre das Schicksal derjenigen ge-wesen, zu deren Dienst ich weit mehr verpflichtet bin? hätteich nicht die Gräfin Hameline der Obhut derjenigen überlassen,die sie selbst sich zu Rathgebern erlesen hatte, so wäre nunbereits die Gräfin Isabelle die Braut des Wilhelm von derMark, des wilden Ebers der Ardennen."

Ihr habt Recht," sagte Gräfin Isabelle in ihrem gewöhnli-chen Tone;und ich, die die Früchte Eurer unerschrockenen Er-gebenheit genießt, habe Euch auf niedrige und undankbare Weisegekränkt. Doch ach, meine unglückliche Verwandte! und dieelende Marthon, die so viel Vertrauen genoß und so wenigverdiente sie war es, die bei meiner Verwandten den schlech-ten Zamet und Hayraddin Maugrabin einführte, welche, durchihre vorgebliche Kenntniß des Wahrsagens und Sterndeutens,