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6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
209
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verrathen ward. Mein Verwandter ward damals gefangen ge-nommen und meine Schlösser besetzt. Ein Versuch von meinerSeite würde meine Untergebenen nur der Rache des HerzogsKarl aussetzen; und warum sollte ich mehr Blutvergießen ver-ursachen, als schon um eine so unwürdige Sache vergossen wor-den ist? Nein, ich will mich als pflichtschuldiger Vasall meinemSouverain unterwerfen, und zwar in Allem, was die persön-liche Freiheit meiner Wahl ungeschmälert läßt; um so mehr,da ich hoffe, daß meine Verwandte, die Gräfin Hameline, diemir zuerst zur Flucht rieth und dazu drängte, diesen weisenund ehrenvollen Schritt bereits gethan hat."

Eure Verwandte!" wiederholte Quentin, indem Erinne-rungen au Scenen in ihm erwachten, die der jungen Gräfinnoch fremd geblieben waren, und welche die rasche Aufeinan-derfolge gefahrvoller und aufregender Ereignisse, als Gegen-stände von geringerem Belang, bisher aus seinem Gedächtnißverbannt hatte."

Ja meine Verwandte die Gräfin Hameline von Crope wißt Ihr etwas von ihr?" sagte die Gräfin Isabelle,ichhoffe, fie befindet sich jetzt unter burgundischem Schutz Ihrschweigt! Wißt Ihr etwas von ihr?"

Die letzte Frage, im Tone ängstlicher Forschung vorgelegt,nöthigte Quentin, Einiges, was er von der Gräfin Schicksalwußte, zu berichten. Er erwähnte, daß er aufgerufen wordenwar, fie auf der Flucht von Lüttich zu begleiten, an welcher,wie er nicht gezweifelt habe, die Gräfin Isabelle theilnchmensollte er erwähnte die Entdeckung, die er machte, nachdemder Wald erreicht war und endlich berichtete er seine eigneRückkehr zum Schlosse, und die Umstände, in welchen er es ge-sunden hatte. Aber er sagte nichts von den Absichten, mitwelchen offenbar Dame Hameline das Schloß Schönwald ver-

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