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6 (1851) Quentin Durward
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sagen in Strömen, fließen sehen, und ich habe meine Besin-nung und Geistesgegenwart dabei behalten- Glaubt nicht,daß mir das leicht geworden ist," fuhr sie fort, auf GertrudsArm ihre zitternde Hand legend, wiewohl noch mit festerStimme:die kleine Welt in mir gleicht einer Besatzung, vontausend Feinden belagert, welche nichts als die äußerste Ent-schlossenheit jener abhalten kann, sie jeden Augenblick und vonallen Seiten zu bestürmen. Wäre meine Lage nur um etwasminder gefährlich, als sie ist wußte ich nicht, daß ich nurdurch Fassung und Geistesgegenwart einem Schicksal, gräßlicherals Tod, entgehen kann, Gertrud, ich würde mich dann die-sen Augenblick Euch in die Arme werfen, und mein banges vol-les Herz durch einen Thränenstrom und Schmerzcnserguß erleich-tern, wie dessen nur je ein brechendes Herz fähig war!"

Thut es nicht, Gräfin!" sagte die mitfühlende Flamände-rin;faßt Muth, sprecht Euer Gebet und überlaßt Euch derSorge des Himmels; und gewiß, wenn je der Himmel einerzum Tode Bereiteten einen Befreier sandte, so muß dieserkühne und unternehmende junge Herr zu dem Euren bestimmtsein. Es gibt noch Jemand," fügte sie, tief erröthend hinzu,über den ich viel vermag. Sagt meinem Vater nichts; aberich habe meinem Bräutigam, Hans Glover, befohlen, am öst-lichen Thore auf Euch zu warten, und mir nie wieder vor'sGesicht zu kommen, wofern er mir nicht Gewißheit bringt, daßer Euch sicher bis über das Weichbild geleitet hat."

Ein zärtlicher Kuß war das Einzige wodurch die jungeGräfin dem offnen und gutmüthigen Bürgermädchen ihrenDank ausdrücken konnte, und letztere erwiderte herzlich dieUmarmung, indem sie lächelnd sagte:Wahrhaftig, wenn zweiMädchen und ihre verlobten Bräutigame eine Verkleidung und