187
gelegt — hast das Haus Gottes mit Blut und Raub besudelt,als ein kirchenschänderischer Räuber —"
„Bist Du fertig?" sagte von der Mark, ihn zornig unter-brechend und mit dem Fuße stampfend.
„Nein," antwortete der Prälat, „denn ich habe Dir dieBedingungen noch nicht genannt, die Du von mir zu hörenverlangtest."
„Wohlan," sagte von der Mark; „und laß die Bedingungenmir mehr als die Vorrede gefallen, oder wehe Deinem grauenHaupt!" Dabei warf er sich in seinem Stuhle zurück, knirschte mitden Zähnen, bis der Schaum von seinen Lippen floß, gleich wievon den Hauern des wilden Thiers, dessen Namen und Fell er trug.
„So sind Deine Verbrechen," fuhr der Bischof mit ruhigerEntschlossenheit fort; „nun höre die Bedingungen, die ich, alsein gnädiger Fürst und christlicher Prälat, alle persönliche Be-leidigungen bei Seite setzend, jedes einzelne Unrecht vergebend,mich anzubieten herablasse- Lege Deinen Feldherrnstab nieder —entsage Deines Oberbefehls — laß Deine Gefangnen frei —gib ihren Raub zurück — vertheile die Güter, die Du sonstbesitzest, um denen zu helfen, die Du zu Waisen und Wittwengemacht hast. — Büße im Sack und in der Asche — nimm einenPilgcrstab in die Hand und wallfahrte barfuß nach Rom,und wir wollen uns selbst für Dich verwenden, beim Reichs-tag zu Regensburg für Dein Leben, und bei unserm heiligenVater dem Papst, um Deiner armen Seele willen."
Während Ludwig von Bourbon diese Bedingungen in einemso entschiedenen Tone vortrug, als behaupte er noch seinen bischöf-lichen Thron und als kniee der Usurpator flehend ihm zu Füßen, er-hob sich der Tyrann langsam in seinem Stuhle, wobei das Stau-nen, welches ihn Anfangs erfüllte, allmälig der Wuth Platzmachte, bis er, als der Bischof endigte, auf Nickel Block sah, und