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6 (1851) Quentin Durward
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ich nicht gedacht hätte, daß er bei seinen Jahren noch so ein Wild-dieb sein würde; Sapperment was für ein schüchtern Kind dasist! Sieh, wie sie sich hinter jenen Stuhl hinter der Andern Rückenversteckt, um dem Blicke der Märker zu entgehen. Doch halt,-alt! was werden sie mit dem armen alten Bischof beginnen?"

Bei diesen Worten ward der Bischof von Lüttich, Ludwig vonBourbon, von den rohen Soldaten in die Halle seines eignen Pa-lastes geschleppt. Sein zerrauftes Haar, sein Bart und seineKleidung zeigten, welche üble Behandlung ihm bereits wider-fahren war. Einige priesterliche Gewänder, die man ihm eiligLbergeworfen hatte, schienen ihm nur zum Hohn und zur Ver-spottung seines Standes und Berufes angelegt zu sein. ZumGlück war die Gräfin Isabelle, wie Quentin glaubte, in solcherLage, daß sie weder sah noch hörte, was vorging, denn sonsthätte sie, wenn sie ihren Beschützer so gräßlich behandelt sah,leicht ihr eignes Gehcimniß und ihre Sicherheit gefährden kön-nen- Durward stellte fick auch mit Fleiß so vor sie, daß er sie ver-hinderte, zu sehen, oder gesehen zu werden.

Die Scene, die nun folgte, war kurz und schrecklich. Als derunglückliche Bischof vor den rohen Häuptling gestellt ward, zeigteer, der sich in seinem frühern Leben nur durch Sanftmut- undWohlwollen ausgezeichnet hatte, in dieser äußersten Bedrängnißein Gefühl seiner Würde und hohen Abkunft, welches sich füreinen Sprößling seines edlen Geschlechts wohl ziemte- SeinBlick war gefaßt und unerschrocken; seine Haltung, sobald ervon den rohen Händen, die ihn herbcischleppten, frei war, zeigtesich edel und zu gleicher Zeit so voll Ergebung, daß er zwischeneinem vornehmen Lehensfürsten und einem christlichen Märtprerdie Mitte hielt; und so sehr war Wilhelm von der Mark betrof-fen durch das feste Benehmen seines Gefangenen, sowie durchdie Erinnerung an früher von ihm empfangene Wohlthaten,