Druckschrift 
6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
184
Einzelbild herunterladen
 

^ 184

hielten, nicht unähnlich einer Heerde Schafe, die, wenn einfremder Hund erscheint, sich wohl zuweilen hinter einem altenLeithammel versammeln, der, Kraft seines Amtes und Ansehens,ihnen auch mehr Muth als sie selber zu haben scheint. Nahebei diesem Platze saß ein sehr hübscher Bursch, wie man sagte,ein natürlicher Sohn des wüthenden von der Mark, gegenden dieser zuweilen Zuneigung, ja Zärtlichkeit zeigte. DieMutter des Burschen, eine schöne Concubine, starb durch einenSchlag, den ihr der wüthende Häuptling in einem Anfall vonTrunkenheit oder Eifersucht crtheilte; und ihr Tod verursachtenachher dem Tyrannen so viel GewiffenSqual, als er zu em-pfinden fähig war. Seine Zuneigung zu dem überlebendenKinde mochte zum Theil auf jenem Umstande beruhen- Quen-tin, der diesen Zug von des Häuptlings Charakter schon durchden alten Priester erfahren hatte, stellte sich so dicht als mög-lich bei dem Jünglinge auf; denn er war entschlossen, sich seinerentweder als Geißel oder als Beschützers zu bedienen, wennandre Rettungsmittel fehlschlügcn.

Während Alle in Erwartung standen, um den Erfolg derBefehle, die der Tyrann gegeben, zu erfahren, flüsterte einervon Pavillons Gefährten dem Peterkin zu: »nannte unser Meisternicht die Dirne dort seine Tochter? Ei, das kann unserTrudchen nicht sein. Dies schlanke Mädchen ist zwei Zoll höher;und dort guckt auch eine schwarze Haarlocke unter dem Schleiervor. Bei St. Michael am Marktplatz! Ihr könntet eben sogut eine schwarze Ochsenhaut ein weißes Kalbfell nennen."

»Still, still!" sagte Peter mit einiger Geistesgegenwart»Wenn nun unser Meister Lust hat, ein Stück Wild aus desBischofs Park zu stehlen, ohne der guten Meisterin Wissen?Gehört fich's für Dich oder mich, den Spion dabei zu machen?"

»Das will ich nicht, Bruder," antwortete der Andre, »obwohl