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„Eine Sund' und Schande wär's," sagte Peter, ein gut-muthigcr Flamänder, trotz all seiner Selbstgefälligkeit; undwährend er so sprach, trocknete er sein Auge mit dem Aermelseines Wammses.
„Demnach soll sie meine Tochter sein," sagte Pavillon,„gehörig in ihren schwarzseidnen Schleier gehüllt; und wennnicht genug treuherzige Gerber vorhanden sind, sie zu schützen,da sie die Tochter des Spndicus ist, so sollen sic nie wiedereine Haut gerben. — Aber hört, es wird Fragen zu beant-worten geben — wie, wenn man mich fragt, was meine Toch-ter hier bei solchem Blutvergießen gemacht hat?"
„Was hat die Hälfte der Lütticher Weiber hier gemacht,als sie uns zum Schlosse folgten?" sagte Peter; „sie hattengewiß keinen andern Grund, als daß sie eben dahin wollten,wohin sie gar nicht gehörten. — Unsre Jungfrau Trudchen istein wenig weiter als die andern gekommen — das ist Alles."
„Trefflich gesprochen," sagte Quentin; „seid nur kühn undnehmt dieses Herrn guten Rath an, edler Herr Pavillon,und, ohne Euch selber Mühe zu machen, verrichtet Ihr diewürdigste Handlung seit den Tagen Karl des Großen. — Hier,süße Dame, hüllt Euch dicht in diesen Schleier," (denn vieleGegenstände weiblichen Putzes lagen im Zimmer zerstreut,)
— „seid getrost und binnen wenigen Minuten werdet Ihr inFreiheit und Sicherheit sein. — Edler Herr," setzte er hinzu,sich an Pavillon wendend, „gehen wir denn!"
„Halt — halt — halt eine Minute," sagte Pavillon, „mirahnt Unheil! — Dieser von der Mark ist ein Wüthrich; einvollkommener Eber seiner Natur wie seinem Namen nach;wie, wenn die junge Dame eine von denen von Trope wäre?
— und wie, wenn er sie entdeckte und in Zorn geriethe?"
„Und wenn ich eine von jenen unglücklichen Frauen wäre,"