172
„Peter," sagte Pavillon, „wir wollen sogleich nach derStadt gehen. Ich will nicht länger in Schönwald bleiben."
„Aber die Schloßbrücken sind aufgezogen, Meister," sagteGeislaer — „die Thore geschlossen, und von den Lanzknechten be-wacht; und wenn wir den Weg mit Gewalt erzwingen wollten,so würden diese Kerle, deren tagtäglich Geschäft Krieg ist, uns,denen Fechten nur Feiertagsarbeit ist, übel mitspielcn."
„Aber warum Haler die Thore besetzt?" sagte der besorgteBürger; „oder warum will er ehrliche Männer zu Gefangenenmachen?"
„Ich kann's nicht sagen," antwortete Peter. „Es geht daein Geschrei um die Damen von Crope, die während desSturms aus dem Schloß entflohen sind. Dies brachte denMann mit dem Bart zuerst außer sich, und nun hat ihn dasTrinken gleichfalls außer sich gebracht."
Der Bürgermeister warf einen trostlosen Blick auf Quen-tin, und schien in Verlegenheit, was zu thun sei. Durward,der bei diesem Gespräch kein Wort verloren hatte, weil er da-von höchlich beunruhigt ward, sah gleichwohl ein, daß ihreSicherheit einzig auf der Aufrechthaltung seiner eignen Gei-stesgegenwart beruhe, so wie auf der Erhaltung des MuthesPavillons. Ec mischte sich nun kühn in die Unterhaltung, alseiner, der ein Recht hat, seine Stimme abzugebcn. — „Ichbin beschämt," sagte er, „mein Herr Pavillon, zu bemerken,daß Ihr unschlüssig scheint, was hier zu thun sei. Geht kühnzu Wilhelm von der Mark, und verlangt freien Abzug vomSchlosse für Euch, Euren Leutnant, Euren Knappen, undEure Tochter. Er kann Euch unter keinem Vorwände gefan-gen halten."
„Für mich und meinen Leutnant — das bin ich selber undPeter? — Gut, aber wer ist mein Knappe?"