Elftes Kapitel.
V e r w ü st u n g und Plünderu n g.
Die Gnadenpforten sind verschlossen alle,
Der wilde Krieger, raul) und harten Sinn'S,Wird frei die blut'ge Hand »UN walten lassen,Denn hvllenweit ist sein Gewissen,
Heinrich V,
Die überrumpelte und erschreckte Besatzung des SchlossesSchönwald hatte trotzdem eine Zeit lang ihr Bestes gethan,um den Platz gegen die Angreifer -u vertheidigcn; aber dieungeheuren Schaaren, die, von der Stadt Lüttich hervordrin-gend, zum Angriffe gleich Bienenschwärmen strömten, theiltenihre Aufmerksamkeit und erschütterten ihren Muth.
Desgleichen entstand endlich Ueberdrust, wo nicht Verrat-,unter den Vertheidigern; denn manche riefen, man solle sichergeben, und andere verließen ihren Posten und versuchtenvom Schlosse zu entfliehen. Viele stürzten sich selbst von denMauern in den Graben, und die nicht ertranken, warfen ihreAbzeichen von sich und retteten sich dadurch, daß sie sich unterden bunten Haufen der Angreifenden mengten. Einige wenigesammelten sich, aus Anhänglichkeit an des Bischoffs Person, umdenselben, und fuhren fort, die große Warte zu vertheidigcn,wohin er sich geflüchtet hatte; und andere, die keinen Pardonerwarteten oder von einem verzweifelten Muthe angetrieben,vertheidigten sich auf andern abgesonderten Bollwerken oder