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dem Rinde vor, dünkt mich — das ist die ganze Sache. —Auf und folgt mir; und das merkt Euch, ich dulde wederWeinen noch Ohnmacht."
„Ich rühre keinen Fuß," sagte die Gräfin hartnäckig-
„Bei dem Hellen Firmament, Ihr sollt doch!" riefHayrad-din- „Ich schwör'Euch, bei Allem, was jemals Narren glaub-ten, daß Ihr es mit einem zu thun habt, dem es ein Kleinesist, Euch nackend auszuziehn, an einen Baum zu binden undEurem Schicksal zu überlassen!"
„Nein," siel Marthon ein, „mit Eurer Gunst, sie soll nichtgemißhandelt werden. Ich trage ein Messer so gut als Ihr,und weiß cs zu brauchen. Sie ist ein gutes Weib, wiewohleine Närrin. — Und Ihr, Madame, steht auf und folgt uns.— Hier ist ein Jrrthum vorgegangen; aber es ist schon etwas,Leib und Leben gerettet zu haben. Es sind Viele in jenemSchloß, die den Reichthum der ganzen Welt darumgäben, zustehen, wo wir jetzt stehn."
Während Marthon sprach, schallte von Schloß Schönwaldherüber ein Getöse, in welchem sich der Siegesjubel mit demGeschrei des Schreckens und der Verzweiflung mischte.
„Hört Ihr, Dame!" sagte Hayraddin, „seid dankbar, daßIhr Eure Stimme nicht mit in jenem Concert hören lassen müßt.Glaubt mir, ich will ehrlich für Euch sorgen, und die Sterne wer-den ihr Wort halten und Euch einen guten Gemahl finden lassen."
Gleich einem wilden Thier, erschöpft und gezähmt durchSchrecken und Ermüdung, überließ sich die Gräfin Hamelineder Leitung ihrer Führer, und ließ sich widerstandslos führen,wohin jene wollten. Ja, so sehr war ihr Gemüth in Ver-wirrung und ihre Kraft erschöpft, daß das würdige Paar,welches sie halb trug, halb führte, seine Unterhaltung in ihrerGegenwart fortsetzte, ohne daß sie etwas davon verstand.