Druckschrift 
6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
154
Einzelbild herunterladen
 

«

154

die Wellen erhoben sich so tobend und brausend, als ob dieGeister des Wassers und der Luft um ihre Herrschaft einenHeftigen Wettstreit begonnen hätten. Die wogenden Fluthenschienen weder Vordringen noch zurückgehen zu können deranwachsende Sturm, welcher sie gegen einander warf, schiengleichwohl ihr Verweilen an dem Ort unmöglich zu machen,und die stürmischen Empfindungen, welche durch die scheinbareGefahr erregt wurden, erweckten den Träumer.

Ec erwachte; aber obwohl seine Traumgebilde verschwun-den waren und der Wirklichkeit Raum gegeben hatten, so fuhrdoch der Lärm, der sie wahrscheinlich erzeugt hatte, fort, inQuentins Ohr zu dringen.

Sein erster Antrieb war, sich im Bette aufzurichten und mitErstaunen auf Töne zu lauschen, die, wenn sie einen Sturmverkündigt hätten, den wildesten beschämt haben würden, derje von den Grampians niederbrach; in der nächsten Minute über-zeugte er sich, daß der Tumult nicht durch die Wuth der Ele-mente, sondern durch den Zorn der Menschen erregt wurde.

Er sprang vom Lager und schaute durch das Fenster seines Ge-machs ; aber es ging nachdem Garten, und von dieser Seite war Al-les ruhig, obwohl das Oeffnen des Fensters, durch das Getöse,wel-ches an sein Ohrschlug, ihn noch mehr überzeugte, daß die Außen-seite des Schlosses belagert und angegriffen war, und zwar von ei-nem zahlreichen und entschlossenen Feinde. Hastig seine Kleiderund Waffen ergreifend und sie mitsolcher Eile anlegend, als Dun-kelheit und Uebcrraschung gestattete, ward seine Aufmerksamkeitdurch ein Klopfen an die Thür seines Gemachs rege gemacht. DaQuentin nicht sogleich antwortete, war die Thür, die nicht beson-ders fest war, von außen mit Gewalt erbrochen, und der Eindrin-gende, den sein cigenthümlicher Dialekt als den Zigeuner Haprad-din Maugrabin bezeichnet«, erschien im Gemach. Eine Phiole,