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6 (1851) Quentin Durward
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Die Gräfin war in einem festen Schlosse, unter dem Schutz einesFürsten, der sowohl geachtet durch sein weltliches, als verehrtdurch sein geistliches Ansehn war- Da gab es für den freudigenKnappen weder Raum noch Gelegenheit, um für den Augen-blick ein Abenteuer zu bestehen, und cs war hinreichend für ihn,sich stets bereit zur Ausführung ihrer Befehle zu halten, so bald sieihm mitgetheilt werden sollten. Aber das Schicksal wollte ihneher zum Handeln auffordern, als er fich's vermuthete.

ES war die vierte Nacht nach seiner Ankunft auf Schön-wald, als Quentin Maßregeln getroffen hatte, am folgendenMorgen den zweiten Reitknecht, der ihn auf der Reise beglei-tet hatte, nach Ludwigs Hofe mit Briefen an seinen Oheimund Lord Crawford zurückzusenden, worin er dem DiensteFrankreichs entsagte, was er durch Gründe der Ehre und Klug-heit entschuldigte, als eine Folge der Verräthcrei, welcher erdurch Hayraddin's geheime Instructionen ausgesetzt worden war.Darauf legte er sich zu Bette, mit all' den rosenfarbenen Gedan-ken umringt, die das Lager eines Jünglings umflattern, wenner innig liebt und seine Liebe eben so aufrichtig erwidert glaubt.

Aber Quentins Träume, die erst die Natur jener seligenGedanken, unter denen er entschlummert war, gehabt hatten,nahmen allmählich einen furchtbaren Charakter an-

Er wandelte mit der Gräfin Isabelle zur Seite eines spie-gelglatten Landsees, ähnlich dem, welcher sein heimathlichesThal hauptsächlich charakterisirte. Er sprach mit ihr von sei-ner Liebe, ohne an eines der Hindernisse zu denken, welchezwischen ihnen lagen. Sie crröthete und lächelte, während siezuhörte, gerade wie es nach dem Inhalt des Briefchenszu erwarten war, welches, in Schlaf und Wachen, an seinemHerzen ruhte- Aber die Scene verwandelte sich plötzlich ausSommer in Winter aus Ruhe in Sturm; der Wind und