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6 (1851) Quentin Durward
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herablassende Handlung zu tadeln,ohne welche er nicht hatte wagendürfen, die Augen zu ihr zu erheben? Uebcrhob sie nicht ihr hoherRang, so wie ihre Lage in gegenwärtigem Falle der üblichen Re-geln, welche der Dame Schweigen auflegen, bis zuerst derLiebendegesprochen hat ? diesen Beweisgründen, die er kühn zu Vernunft-schlüssen machte, fügte auch wohl seine Eitelkeit noch einen andernbei, den er selbst im Innern nicht mit derselben Dreistigkeit anzuer-kcnnen wagte: daß das Verdienst des Geliebten der Dame gestat-ten möge, etwas von den üblichen Regeln abzuwcichen; und beialledem gab es auch für diesen Fall, wie bei Malvolio, ein Bei-spiel in der Chronik, Der Knappe von niederem Rang, vondem er nur erst gelesen hatte, war, gleich ihm selber, ein Edel-mann ohne Land und Güter, und doch erwies ihm die edlePrinzessin von Ungarn ohne Bedenken mehr wesentliche Zeichenihrer Gunst, als das Briefchen war, welches er eben empfangen:

,,Willkommen, süßer Knappe mein,

Mein Herzallerliebster sollst du sein,"

Sprach sie:dir geb' ich der Küsse dreilind noch fünfhundert Pfund dabei,"

Und dann ließ die nämliche wahrhafte Geschichte den Kö-nig von Ungarn selber bekennen:

Ich kannte so manche» Pagen schon,

Der durch Heirath hatt' erlangt einen Thron,"

So daß, nach Allem diesem, sich Quentin voll Edelmuthund Großmuth mit einem Benehmen der Gräfin versöhnte,welches ihm jedenfalls hohe Vortheile gewähren mußte-

Aber diesem Bedenken folgte ein andrer Zweifel, der schwe-rer zu verdauen war. Der Verräther Hapraddin war in derWohnung der Damen gewesen, und zwar, so viel Quentinwußte, vier volle Stunden lang; erwog er nun die Winke, diejener darüber gegeben hatte, daß er einen bedeutenden Einfluß