Druckschrift 
6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
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ben, wie man sagt, Euch zur Größe bestimmt und mit dankbaremGemüt- auSgestattet- Lebt wohl seid treu, pünktlich und ent-schlossen, und zweifelt an Eurem Glücke nicht." In diesen Briefwar ein Diamantring eingeschlossen, auf welchem rautenförmigdas alte Wappen des Hauses von Croye eingeschnittcn war.

Quentins erste Empfindung bei dieser Gelegenheit war un-gemischtes Entzücken ein Stolz und eine Freude, die ihnzu den Sternen zu heben schienen eine Entschlossenheit, Al-les zu thun oder zu sterben, unter deren Einflüsse er all' dietausend Hindernisse, die sich zwischen ihn und das Ziel seinerWünsche stellten, nur verachtete.

In diesem Zustande des Entzückens, und unfähig, eine Unter-brechung zu dulden, die seine Seele auch nur für einen Momentvon solchen seligen Betrachtungen abziehen konnte, benutzte Quen-tin, nachdem er in's Schloß zurückgekehrt war, das früher schonvorgeschützte Kopfweh wieder als Entschuldigung für sein Nicht-erscheinen bei dem gemeinsamen Abendessen, zündete sein Lichtan und zog sich auf das ihm angewiesene Zimmer zurück, umzu lesen und immer wieder zu lesen, und den Ring, der nichtminder köstlich als das Briefchen war, tausendmal zu küssen.

Aber solche hochgespannte Gefühle konnten nicht lange in der-selben schwärmerischen Weise anhalten- Ein Gedanke lastete aufihm, obwohl er ihn als undankbar, ja, als eine Lästerung zu ver-bannen strebte: daß nämlich ein so freies Bckenntniß von Seiten je-ner, die es machte, weniger Zartgefühl verrathe, als fich mit demhochromantischcn Gefühle, womit er bisher dieGräfin Isabelle ver-ehrt hatte, verträglich schien. Kaum wollte sich dieser unedle Ge-danke cindrängen, als er ihn zu ersticken eilte, wie er eine zischende,verhaßte Natur erdrückt haben würde, die sich in sein Lager geschli-chen hätte. War es an ihm an ihm, dem Begünstigten umdessen willen sie von ihrer hohen Sphäre niedergestiegcn war, ihre