Druckschrift 
6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
149
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Eben hatte er sich entschlossen, hinwegzugchen, und ging ebenzum letzten Male, wie er sich zugesagt hatte, unter den Fensternvorüber, die solcheAnziehungskraft für ihn hatten, als er von obenein leises und vorsichtiges Husten hörte, als wolle es seine Aufmerk-samkeit erregen und zugleich der Beobachtung Anderer entgehen.Als er in freudiger Ueberraschung aufblickte, öffnete sich ein Fen-ster eine weibliche Hand ließ sich sehen, die ein Billet fallenließ, welches auf einen Rosenbusch, der unten an der Mauerstand, herabsank. Die Vorsicht, mit welcher man dies Brief-chen hatte fallen lassen, machte eine gleiche Klugheit und Ver-schwiegenheit dem Leser zur Pflicht. Der Garten, der, wiewir sagten, von zwei Seiten durch die Gebäude des Schlossesumgeben ward, war natürlich auch von den Fenstern vielerZimmer beherrscht; doch befand sich hier eine Art von Felsen-grotte, die der Kaplan mit großer Selbstgefälligkeit Durwardgezeigt hatte. Das Billet ergreifen, in den Busen verbergenund nach jenem Versteck eilen, war das Werk einer Minute.Hier öffnete er das kostbare Briefchen und segnete zugleich dasAndenken der Mönche zu Aberbrothick, deren Unterweisungihn fähig gemacht hatte, den Inhalt zu entziffern.

Die erste Zeile enthielt die Weisung:lies dies insgeheim,"und der fernere Inhalt lautete so:Was Eure Augen zu kühn ge-standen, haben die meinen vielleicht allzurasch begriffen. Aber un-gerechte Verfolgung macht ihr Opfer kühn, und es war vielleichtbesser, mich der Dankbarkeit eines Einzigen zu vertrauen, als einGegenstand der Verfolgung Vieler zu bleiben. Fortuna hat ihrenThron auf einem Felsen; aber tapfere Männer scheuen sich nicht,ihn zu erklimmen. Wenn Ihr etwas zu thun wagt für Eine, die sichgroßer Gefahr aussetzt, sofindetEuchnur bei Tagesanbruch in die°scm Garten ein, und tragt auf Eurer Mütze eine blau und weiße Fe-der; aber erwartet keine weitere Mittheilung. Eure Sterne ha-