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6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
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außerordentliche Seltenheit. Doch war cs immer nothwen-dig, wenigstens scheinbar einige Aufmerksamkeit zu zeigen, unddies fand der junge Mann so schwierig, daß er den dienstfer-tigen Naturkundigen sammt dem ganzen Pflanzenreiche rechtherzlich zum Teufel wünschte. Endlich erlöste ihn der Schalleiner Glocke, der den Kaplan zu einer Amtspflicht rief.

Der ehrwürdige Mann machte viele unnöthige Entschuldi-gungen, daß er seinen neuen Freund verließe, und endigte mitder angenehmen Zusicherung, daß er in dem Garten bis zumAbendessen wandeln könne, ohne Störung fürchten zu müssen.

Es ist," sagte er,der Ort, wo ich stets meine Predigtenstudire, da ich hier am ungestörtesten von Fremden bin. Ichbin im Begriff, jetzt eine in der Kapelle zu halten, wenn esEuch belieben sollte, mich als Zuhörer zu beehren. Manglaubte immer, ich besäße einiges Talent; aber der Ruhm seiihm, dem er gebührt."

Quentin entschuldigte sich für diesen Abend, indem er einheftiges Kopfweh vorschützte, welches die freie Luft am besten hei-len dürfte; und endlich ließ ihn der wohlmeinende Priester allein.

Man kann sich denken, daß bei der neugierigen Betrachtung,welcher er nun mit mehr Muße jedes Fenster und jede Oeff-nung nach dem Garten zu unterwarf, auch diejenigen nichtübersehen wurden, welche sich in der unmittelbaren Nachbar-schaft der kleinen Thür befanden, bei welcher er Hapraddinund Marthon gesehen hatte, als jener vorgab, nach dem Zim-mer der Gräfinnen zu gehen. Aber nichts rührte oder zeigtesich, was die Rede des Zigeuners widerlegen oder bestätigenkonnte, und schon fing es an, dunkel zu werden; Quentinfing an, zu fürchten, er wußte kaum warum, daß sein so lan-ges Verweilen im Garten Gegenstand des Mißfallens oderArgwohns werden könnte.