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6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
143
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Hier bot sich neuer Stoff zum Nachdenken. War dieserheidnische Landstreicher die ganze Zeit über bei den Damenvon Crope gewesen, und in welcher Absicht hatten sie ihm solange die Ehre ihrer Gegenwart »erstattet? Von diesen Ge-danken gequält, fühlte sich Durward um so mehr bestimmt,eine Erklärung von ihnen zu erlangen, um ihnen zugleich Hay-raddins Verrätherei darzustcllen, und ihnen auch den gefähr-lichen Zustand anzuzeigen, in welchem sich jetzt ihr Beschützer,der Bischof, wegen der Meutereien seiner Stadt Lüttich befand.

Als er über diesen Entschluß in's Reine war, betrat er dasSchloß durch den Haupteingang, und fand in der großen Halledas geistliche Gefolge des Bischofs, die Beamten des Haushalts,und die Fremden, die nicht zum hohen Adel gehörten, bereits beiihrem Mittagsmahl versammelt. Ein Sitz am obern Ende derTafel war indcß zur Seite des Hauskaplans des Bischofs ausbe-wahrt worden, und der letztere bewillkommnete den Fremden mitdem alten Schulscherze, Sero venientidu8 ossu, während er Sorgetrug, seinen Teller so mit Leckerbissen zu beladen, daß er dadurchbewies, er meine es nicht ernstlich mit dem Sprichworte, welchesin Durwards Vaterlande ein Scherz ohne Scherz, oder viel-mehr ein unschmackhafter genannt wird.

Um sich von dem Verdachte schlechter Erziehung zu reinigen,beschrieb Quentin in der Kürze den Auflauf, welcher sich in derStadt ereignet hatte, als man entdeckte, daß er zu den schottischenBogenschützen von König Ludwigs Leibgarde gehörte, und er be-mühte sich der Erzählung dadurch eine scherzhafte Wendungzu geben, daß er sagte, er habe sich mit Mühe durch einen fet-ten Lütticher Bürger und seine artige Tochter gerettet.

Aber die Gesellschaft nahm zu sehr Theil an der Geschichte, alsdaß ihr der Scherz hätte munden können. Alle Operationen derTafel paustrten, während Quentin seine Geschichte erzählte; und