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als er geendet hatte, herrschte eine feierliche Stille, welchebloß durch den Haushofmeister unterbrochen ward, der in lei-sem und traurigem Tone sagte: „ich wünsche und bitte Gott,daß wir jene hundert burgundische Lanzen sähen!"
„Warum wollt Ihr Euch die Sache zu Herzen nehmen?"sagte Quentin. — „Ihr habt viele Krieger hier, die das Waf-fenhandwerk verstehn; und Eure Gegner sind bloß der Pöbel einerordnungslosen Stadt, welcher fliehen wird, sobald mit wehen-der Fahne eine Kriegerschaar gegen ihn anrückt."
„Ihr kennt die Männer von Lüttich nicht," sagte der Kaplan,„von denen man sagen kann, daß sie, selbst die von Gent nicht aus-genommen, die trotzigsten und unbezähmbarsten in Europa sind.Zweimal hat sie der Herzog von Burgund gezüchtigt wegen ihrerwiederholten Ausstände gegen ihren Bischof, und zweimal hat ersie mit größerer Strenge unterdrückt, ihre Privilegien geschmä-lert, ihnen ihre Fahnen genommen und sich Rechte und Ansprücheüber sie angeeignet, die vorher bei einer freien Reichsstadt nichterhört waren — ja, das letzte Mal schlug er sie mit großem Blut-vergießen bei St. Tron, wo Lüttich fast sechstausend Mann verlor,die theils durchs Schwert umkamen, theils auf der Flucht ertran-ken ; und nachher, um sie zu fernerem Aufruhr unfähig zu machen,weigerte sich Herzog Karl durch irgend eines dcr Thorc, die sieihm übergeben hatten, einzurücken, sondern ließ vierzig Ruthender Stadtmauer niederreißen, und zog in Lüttich als Eroberermit geschloffenem Visir und eingelegter Lanze an der Spitze seinerRitterschaft durch die gemachte Bresche ein. Ja, cs war den Lütti-cher» damals wohl bekannt, daß dieser Karl, damals Graf vonCharlalois genannt, nur ans Zureden seines Vaters, Herzog Phi-lipp des Guten, die Stadt der Plünderung nicht preisgab. Unddoch, trotz all' diesen frischen Erinnerungen, trotz dem daß ihreBresche nicht hergestellt und ihre Zeughäuser schlecht »ersehn sind.