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6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
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über seine übrige Kleidung. Pavillon versah ihn dann mit einemLosungswort, um die Thore der Stadt passiren zu können, um beiNacht oder bei Tage, wie cs ihm am passendsten sein würde, zu-rückkehren zu können; sodann übergab er ihn der Fürsorge seinerTochter, einer hübschen und lächelnden Flamänderin, nebst derWeisung, wohin sie ihn geleiten solle, während er selber zu seinemCollege» zurückeilte, um ihre Freunde aufdem Stadthause mit denbesten Entschuldigungen, die sie für das Verschwinden des Ge-sandten König Ludwigs auffinden konnten, zu unterhalten.Wir können, wie der Diener in der Komödie sagt, uns nichtgenau auf die Lüge besinnen, die der Leithammel der Heerdeerzählte; aber nichts ist leichter, als eine Menge zu betrügen,deren Vorurtheile das Geschäft schon mehr als zur Hälfte be-endigt haben, ehe der Betrüger noch ein Wort geredet hat.

Der würdige Bürger war kaum gegangen, als sein rundesTöchterchen, Trudchen, mit tiefem Erröthen und freundlichemLächeln, welches ihren Kirschenlippen, ihren heitern blauen Augenund ihrer reinen Gesichtsfarbe recht artig stand, den hübschen Frem-den durch die mancherleiGänge des väterlichen Gartens nach demUfer hinab führte und dort ein Boot besteigen ließ, welcheszwei tüchtige Flamänder in ihren Pomphosen, Pelzmützen undvielknöpfigen Wämmsern so eilig regierten, als ihre nieder-ländische Natur nur immer gestattete.

Da das artige Trudchen nichts als Deutsch sprach, so konnteQuentin, ohne seiner treuen Neigung zur Gräfin von Cropezu nahe zu treten, seinen Dank nur durch einen Kuß aufjene Kirschenlippcn aussprcchen, und er ward eben so galantgegeben, als mit bescheidener Dankbarkeit angenommen; denngalante Herren mit einer Gestalt und einem Gesicht gleichdem unsers schottischen Bogenschützen kamen einem unter derLütticher Bürgerschaft nicht alle Tage vor.