Neuntes Kapitel.
Die Stadt.
Ihr weriheu Freunde, laßt mich Euch nicht reizenZu ruscher, meuterischer That.
Julius Cäsar.
Getrennt von der Dame Isabelle, deren Blick so manchenTag sein Leitstern gewesen war, fühlte Quentin eine seltsameLeere und Kälte im Herzen, die er bisher noch nicht erfahrenhatte, trotz all' der Wechselfälle, denen sein Leben schon unter-worfen gewesen. Ohne Zweifel war das Aufhören des ver-trauten und unvermeidlichen Verkehrs zwischen ihnen dienothwendige Folge, da die Gräfin nun an einem festen Auf-enthaltsorte angekommen war. Denn unter welchem Vorwändekonnte sie, wenn sie auch wirklich an solch' eine Unschicklichkeitgedacht hätte, einen jungen stattlichen Knappen, wie Quentin,stets in ihrer Begleitung haben?
Aber der Schmerz der Trennung ward dadurch, daß sieunvermeidlich war, nicht willkommener, und das stolze HerzQuentins schwoll bei dem Gedanken, daß er entlassen war,wie ein gemeiner Postillon oder wie eine Schutzwache, derenPflicht nun erfüllt ist. Dabei ließ er im Stillen doch einigeThränen über die Trümmer all' jener Luftschlösser fallen, de-