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die herzlichste Aufnahme fanden, der sie an der Spitze seineskleinen Hofes empfing. Er wollte ihnen nicht gestatten, seineHand zu küssen, sondern bewillkommte sie auf eine Weise, dieetwas von der Galanterie eines Fürsten gegen schöne Frauen,so wie auch etwas von der Zuneigung eines Hirten gegen dieSchwestern seiner Heerde hatte.
Ludwig von Bourbon, der regierende Bischof von Lüttich,war in Wahrheit ein großmüthiger und milder Fürst; seinLeben hatte sich allerdings nicht immer mit strenger Genauig-keit in den Gränzen seines geistlichen Berufs gehalten; trotz-dem aber hatte er immer den offenen und ehrenhaften Cha-rakter des Hauses von Bourbon, aus welchem er stammte, be-hauptet.
In spätern Zeiten, bei vorgerücktem Alter, hatte der Prä-lat Gewohnheiten angenommen, die mehr ein Mitglied derHierarchie bezeichneten, als seine frühere Regierungsperiode,und bei den benachbarten Fürsten war er beliebt als ein statt-licher Geistlicher, edel und prachtliebend in seiner gewöhnlichenLebensweise, obwohl er keine «seelische Strenge des Charak-ters blicken ließ, und mit einem ruhigen Gleichmuth regierte,der bei seinen reichen und aufrührerischen Unterthanen rebel-lische Pläne mehr aufmunterte als demüthigte.
Der Bischof war ein so enger Verbündeter des Herzogsvon Burgund, daß der letztere fast eine gemeinschaftlicheOberherrschaft in seinem Bisthum übte, und die gutmüthigeRuhe, mit welcher der Prälat Ansprüche gelten ließ, die erleicht hätte bestreiten können, dadurch lohnte, daß er bei jederGelegenheit mit dem entschlossenen und heftigen Eifer, derein Theil seines Charakters war, seine Partei nahm. Er pflegtezu sagen, er betrachte Lüttich wie sein eigen, den Bischof wieseinen Bruder, (in der That konnten sie als solche gelten, da