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„Nein, Madame," sagte Durward; „vom Wein und Oelunserer Berge kann ich wenig mehr sagen, als daß unsre Schwer-ter diese edlen Produkte als Tribut von unsern reichern Nachbarnerzwingen. Aber was die untadelige Treue und die »verlo-schene Ehre Schottlands betrifft, so muß ich jetzt erproben, wieweit Ihr ihnen vertrauen könnt, da sie es allein sind, was ichEuch als Bürgschaft Eurer Sicherheit bieten kann."
„Ihr sprecht geheimnisvoll — Ihr wißt um eine dringendeund nahe Gefahr," sagte Dame Hameline.
„Ich las es schon seit einer Stunde in seinem Auge!" riefdie Dame Isabelle, ihre Hände ringend. „Heilige Jungfrau,was wird aus uns werden?"
„Nichts, hoff' ich, als was Ihr wünschen könnt," antwor-tete Durward. „Und nun sehe ich mich genöthigt zu fragen— edle Damen, könnt Ihr mir vertrauen?"
„Euch vertraun?" antwortete Gräfin Hameline, „gewiß —doch warum die Frage? oder in wiefern nehmt Ihr unserVertrauen in Anspruch?"
„Ich meinerseits," sagte Gräfin Isabelle, „vertraue Euchvöllig und ohne Bedingung. Wenn Ihr uns täuschen könnt,Quentin, so will ich an keine Wahrheit mehr glauben, außerim Himmel."
„Edle Dame," erwiderte Durward, höchlich zufrieden, „Ihrlaßt mir nur Gerechtigkeit widerfahren. Meine Absicht ist, unsreReiserichtung zu ändern, indem wir direkt am linken Ufer derMaas gen Lüttich ziehen, statt über den Fluß bei Namur zugehen. Dies weicht ab von König Ludwigs Vorschrift undden Instructionen, die er dem Wegweiser gegeben. Aber imKloster hört' ich Neuigkeiten von Raubgesindel am rechtenUfer der Maas, so wie von dem Marsche burgundischer Sol-daten, um jenes zu unterdrücken- Beide Umstände machen mich