mont mit einander besuchen, so will ich selber Euer Mund-schenk sein und mein Amt so versehn, daß Ihr einen Becherso cdeln Weins haben sollt, wie er nie auf den Höhen vonHochheim oder Johannisberg wuchs."
„Ein Glas Wasser, edle Dame, von Eurer Hand" —so weit sprach Quentin, aber seine Stimme zitterte; und Isa-belle fuhr fort, als ob sie unempfindlich für die zärtliche Be-tonung des persönlichen Pronomens gewesen wäre.
„Der Wein ward in den tiefen Gewölben von Bracque-mont von meinem Urgroßvater, dem Rheingrafcn Gottfried,eingelegt," sagte Gräfin Isabelle.
„Welcher die Hand ihrer Urgroßmutter gewann," fiel Grä-fin Hameline, ihre Nichte unterbrechend, ein, „indem er sichals den besten Sohn der Chevalerie beim großen Turnier zuStraßburg bewies — zehn Ritter waren in den Schranken er-schlagen. Aber diese Tage sind vorüber, und Keiner denkt jetztdaran, der Ehre willen Gefahr aufzusuchen, oder die trauerndeSchönheit zu retten."
Diese Rede, die in dem Ton einer modernen Schönheit ge-halten ward, deren Reize im Abnehmcn sind, und die nun dieRohheit der gegenwärtigen Zeit verdammt, beantwortete Quen-tin selber; „noch sei," sagte er, „kein Mangel an jenem Rit-tergeiste, den Dame Hameline als erloschen zu betrachtenscheine, und wäre er auch irgendwo verdunkelt, so würde erdoch stets im Herzen schottischer Edelleute glühen."
„Hört ihn!" sagte die Dame Hameline; „er möchte uns glaubenmachen, daß in jenem kalten und öden Lande das edle Feuer nochlebt, welches in Frankreich und Deutschland erloschen ist! der armeJüngling gleicht einem schweizerischen Bergbewohner, der wahn-sinnig ist, weil er von der Heimath getrennt — er wird uns näch-stens von dem Wein und denOlivenwäldernSchottlandserzählen-