Auf ein leises Klopfen an das Thor öffnete dieses ein Bruder,der besonders vom Prior zu diesem Zwecke bestellt war, und be-nachrichtigte Quentin, die Brüder wären bis Tagesanbruch imChor versammelt, um des Himmels Verzeihung für die man-cherlei ärgerlichen Auftritte zu erflehen, die am Abend unterihnen stattgefunden.
Der würdige Bruder bot Quentin die Erlaubniß an, derAndacht beizuwohnen; seine Kleider waren jedoch so durchnäßt,daß der junge Schotte genöthigt war, das Anerbieten abzu-lehnen und statt dessen zu bitten, sich an's Küchenfeucr setzenzu dürfen, damit vor Morgen sein Anzug trocken werde; denner wünschte angelegentlich, daß der Zigeuner, sobald sie einan-der wieder begegneten, keine Spuren, daß er während derNacht ausgewesen, an ihm bemerken solle- Der Bruder gewährtenicht nur sein Gesuch, sondern trug ihm auch seine eigne Ge-sellschaft an, und dies traf um so glücklicher mit dem WunscheDurward's zusammen, welcher Nachricht über die beiden Straßenwünschte, deren der Zigeuner in der Unterredung mit dem Lanz-knecht gedacht hatte. Der Bruder, dem häufig Geschäfte außer-halb des Klosters übertragen wurden, war diejenige Personjm Kloster, die am besten den erbetenen Unterricht gewährenkonnte, bemerkte jedoch, daß es als ächten Pilgern den Damen,die Quentin führte, gezieme, die Straße zur rechten Seite derMaas zu nehmen, beim Kreuz der drei Könige vorüber, wodie geheiligten Reste Caspars, Melchiors und Balthasars (sonannte die katholische Kirche die drei morgcnländischen Weisen,die mit Gaben nach Bethlehem kamen,) geruhet hatten, als sienach Cöln gebracht wurden; auch hatten sie an diesem Ortemancherlei Wunder vollbracht-
Quentin erwiderte, die Damen wären entschlossen, alle hei-ligen Stationen ihrer Pilgerschaft mit äußerster Pünktlichkeit