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6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
107
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monie forderte, darauf ruhten, und daß sich einige Verwirrungauf ihrer Wange und in ihrem Blicke malte, als sie die Handzurückzog. Etwas mußte dies Alles bedeuten; und welcher braveMann von Quentin Durward's Alter würde nicht gern solchenGedanken einigen Einfluß auf die Bestimmung seines Beneh-mens eingeräumt haben?

Nachdem er über diesen Punkt in's Reine war, hatte erzunächst zu überlegen, in wie weit er ferner die Führung sei-nes treulosen Zigeuners anwenden könne. Seinem ersten Ge-danken, ihn im Walde zu tödten, hatte er entsagt, und wenner einen andern Wegweiser annahm, und ihn lebendig entließ,so hieße dies gerade so viel, als den Verräther zum LagerWilhelms von der Mark senden, um diesen von ihren Bewe-gungen in Kenntniß zu setzen- Er dachte daran, den Prior insein Vertrauen zu ziehen und ihn zu bitten, den Zigeuner mitGewalt so lange zurückzu -alten, bis er das Schloß des Bi-schofs erreicht haben könnte; doch bei reiferer Ueberlegung schienes ihm zu gewagt, einem Manne diesen Vorschlag zu machen,welcher theils als Greis, theils als Mönch von Natur furcht-sam war, der die Bewährung der Sicherheit des Klosters fürseine wichtigste Pflicht betrachtete und bei bloßer Erwähnungdes wilden Ebers der Ardennen schon zitterte.

Endlich bildete sich Durward einen Operationsplan, aufden er besser rechnen konnte, da die Ausführung auf ihm selbstallein beruhte; und in der Angelegenheit, zu welcher er sichverpflichtet hatte, fühlte er sich zu dem Schwersten fähig- Miteinem festen und kühnen Herzen, obwohl der Gefahren seinerLage sich wohl bewußt, konnte Quentin einem Menschen ver-glichen werden, der unter einer Bürde wandert, deren Last erwohl kennt, die aber dennoch nicht über seine Kraft und Aus-dauer ist. Gerade als sein Plan gefaßt war, erreichter!: das Kloster.