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6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
106
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Macht dazu. Außerdem, wenn die Gefahren, welche die Feind-seligkeit Wilhelms von der Mark bereitete, und andrerseitsauch die Unruhen der Stadt Lüttich, drohend schienen, mußteer doch immer stark genug sein, die unglücklichen Damen zuschützen, bis sie unter gehöriger Bedeckung nach Deutschlandgeführt werden konnten.

Das Ergebniß dieses Nachdenkens denn wo bliebe der-gleichen ohne alle selbstische Betrachtungen? war im Allge-meinen, daß Quentin meinte, der König Ludwig, der ihn sokaltblütig dem Tod oder der Gefangenschaft geweiht habe, hätteihn damit auch zugleich der Verbindlichkeiten gegen die KroneFrankreichs enthoben; und demnach beschloß er, sich von der-selben loszusagen. Der Bischof von Lüttich, so schloß er,braucht auch Soldaten, und überdies meinte er durch die Ver-wendung seiner schönen Freundinnen, die ihn nun, vorzüglichauch die ältere Gräfin, mit mehr Vertraulichkeit behandelten,vielleicht eine Officierstelle zu erlangen, sowie den Auftrag, dieDamen von Croye zu einem mehr gesicherten Orte, als dieNähe Lüttichs darbot, zu geleiten. Endlich hatten auch die Da-men, freilich nur halb scherzweise, geäußert, der Gräfin eigneVasallen aufzubietcn und, wie Andre in diesen stürmischen Zei-ten thaten, ihr starkes Schloß gegen alle und jede Angreiferzu verthcidigen; sie hatten Quentin scherzend gefragt, ob erdas gefährliche Amt ihres Seneschalls annehmen würde; undals er das Amt mit bereitwilliger Freude und Ergebenheitannahm, hatten sie, auf dieselbe Weise, ihm beide ihre Händezum Kuß gereicht, in Bezug auf die Uebertragung dieses ehren-vollen und Vertrauen heischenden Amts- Ja, ihm war, alshabe die Hand der Gräfin Isabelle, eine der Wohlgeformtestenund schönsten, welcher nur je ein Vasall solche Huldigung brachte,gezittert, als seine Lippen einen Augenblick länger als die Cere-