Druckschrift 
6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
91
Einzelbild herunterladen
 

91

Das wäre zu hoffen," sagte der Prior;und darum be-ten alle Frommen im Lande, die nicht wünschen, daß daö Blutder Bürger wie Wasser vergossen werde und sie wie Aus-würflinge sterben müssen, bevor sie Frieden mit dem Himmelgemacht haben. Auch der gute Bischofs arbeitet Tag und Nachtan der Erhaltung des Friedens, wie cs einem Diener desAltars geziemt; denn es ist in der heiligen Schrift geschrieben:

lleati Mciliej. Aber"-hier hielt der gute Prior mit einem

tiefen Seufzer inne-

Quentin deutete bescheidentlich darauf hin, wie wichtig esfür die Damen, die er begleitete, sein müsse, einige zuverläs-sige Nachricht über den innern Zustand des Landes zu erlan-gen, und daß es eine Handlung christlicher Liebe sein de,wenn der würdige und verehrte Pater über diesen GegenstandAufklärung geben wolle.

Es ist ein Gegenstand," sagte der Prior,wovon mannicht gern spricht, denn die, welche Uebles von den Mächtigenreden, werden, etism in cubioulo, beflügelte Boten finden,die die Sache Jenen zu Ohren bringen. Jndcß, um Euch,der Ihr ein gutdenkender junger Mann scheint, und EurenDamen, die im Begriff find, voll Andacht eine heilige Wall-fahrt zu vollenden, die kleinen Dienste, die in meiner Machtstehn zu erweisen, will ich offen gegen Euch sein."

Dann schaute er vorsichtig umher, und dämpfte feincStimme,als fürchte er belauscht zu werden.

Die Leute zu Lüttich," sagte er,werden insgeheim zuihren häufigen Meutereien durch Belialskinder aufgereizt,welche, obwohl wie ich hoffe fälschlich, vergeben, dazu vonunserm allerchristlichstcn König Auftrag zu haben, der indeß ge-wiß diesen Namen besser verdient, als für Jemand passenwürde, der den Frieden eines Nachbarlandes störte. Wahr ist