so
ches ein Laienbruder bewohnte, der das Gärtneramt versah.Die Damen zogen sich, wie gewöhnlich, »ach ihrem Zimmerzurück, und der Prior, der zufällig einige weitläufige Ver-wandte und Freunde in Schottland hatte und Fremde gernvon ihren Hcimathländern erzählen hörte, lud Quentin, dessenAeußeres und Benehmen ihm wohlgefiel, zu einem schlichtenKlostermahl in seiner eignen Zelle ein. Quentin, der in demPater einen Mann von Einsicht fand, ließ sich die Gelegen-heit nicht entgehn, sich mit der Lage der Dinge im LütticherLande bekannt zu machen, von welchem ihm während der bei-den letzten Tage seiner Reise solche Gerüchte zugegangen wa-ren, daß er für die Sicherheit der ihm Anvertrauten währenddes Restes ihrer Wallfahrt ernstlich besorgt ward, und sogarzu zweifeln anfing, ob sie der Bischof werde schützen können,wenn sic auch wohlbehalten zu seiner Residenz gelangt seinsollten. Die Antworten des Priors waren nicht sehr tröstlich.
„Die Leute von Lüttich," sagte er, „wären reiche Bürger,die sich, wie weiland Jeschurun, fett und dick gemästet hätten,so daß sie im Herzen stolz geworden auf ihren Reichthum undihre Privilegien — daß sie verschiedne Streitigkeiten mit demHerzog von Burgund, ihrem Lehensherrn, hätten, wegen Ab-gaben und Freiheiten — daß sie zu wiederholten Malen inoffenen Aufruhr ausgebrochen wären, worüber der Herzog, alsein Mann von hitziger und reizbarer Natur, so aufgebrachtsei, daß er bei St. Georg geschworen habe, daß er beider nächsten Veranlassung die Stadt Lüttich dem zerstörtenBabylon und Tprus gleich machen und dem Gespötte und derVerachtung ganz Flanderns preisgeben wollte."
„Und nach allem was man hört ist er ein Fürst, der ein solchesGelübde halten wird," sagte Quentin; „daher werden sich dieLcutevon Lüttich wohl hüten, ihm eine solche Gelegenheit zu geben."