zu haben, damit er, so weit es möglich war, mit NiemandGemeinschaft haben möchte, ohne beobachtet zu sein. Dieswar natürlich unmöglich, wenn der Zigeuner außerhalb derMauern des Klosters, wo man anhielt, wohnen mußte, undDurward konnte nicht umhin zu glauben, daß Hayraddin dieletztere Einrichtung immer zu bewerkstelligen wünschte; denn,statt sich still und ruhig in dem ihm angewiesenen Quartierzu halten, waren seine Unterhaltungen, Possen und Lieder denNovizen und jünger» Brüdern so ergötzlich, in der Meinungder altern aber so uncrbaulich, daß es in mehreren FallenQuentins ganzes Ansehn, unterstützt durch Drohungen, erfor-derte, um seine unehrerbietige und unzeitige Scherzhaftigkeitzu zügeln, und bei den Superioren mußte er all seinen Ein-fluß geltend machen, damit man den heidnischen Hund nichtaus dem Thore jagte. Es gelang ihm indeß durch die ge-wandte Manier, in welcher er die unziemlichen Handlungenseines Begleiters entschuldigte, und durch das geschickte Hin-dcuten auf die Hoffnung, daß er durch die Nähe heiliger Reli-quien, geweiheter Gebäude und vor Allem durch die Gegen-wart gottgeweihter Männer zu bessern Grundsätzen und ver-nünftigem Benehmen bekehrt werden möchte.
Doch am zehnten oder zwölften Tage ihrer Reise, nachdemsie Flandern betreten hatten und sich der Stadt Namur näher-ten, wurden alle Bemühungen Durwards vergebens, um dieFolgen des Aergerniffes, das sein heidnischer Wegweiser gab,auszugleichen. Die Scene war ein Franziscanerkloster vonstrenger Regel, und der Prior ein Mann, der später im Ge-rüche der Heiligkeit starb. Nachdem man mehr als die sonstgewöhnlichen Bedenklichkeiten (die in diesem Falle allerdingszu erwarten waren,) überwältigt hatte» fand der verderblicheZigeuner endlich ein Quartier in einem Nebengebäude, wel-