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6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
55
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Straßburg der Fall war; und so würdet Ihr die beste Lanzein Europa gewinnen, um die Rechte des Hauses von Croyezu behaupten, sowohl gegen die Bedrückung Burgunds, wiegegen die Politik Frankreichs."

Aber, liebe Tante," antwortete die jüngere Gräfin,mirist von meiner alten Amme erzählt worden, daß, obwohl derRheingraf die beste Lanze beim Tournier zu Straßburg war,und er so die Hand meiner verehrten Ahne gewann, doch diePartie keine glückliche war, da er meine Urgroßmutter, geseg-neten Andenkens, gar oft schalt, ja zuweilen gar schlug."

Und warum nicht?" sagte die ältere Gräfin in ihrer roman-tischen Begeisterung für das Ritterthum;warum sollten jenesiegreichen Arme, gewohnt, auf der Reise Schläge auszutheilen,ihrer Kraft daheim Gewalt anthun? Tausendmal lieber wollt-ich des Tags zweimal geschlagen werden, von einem Gemahl, des-sen Arm von Andern eben so gefürchtet wäre, als von mir, alsLas Weib eines Feiglings sein, der die Hand weder gegensein Weib, noch gegen sonst Jemand aufzuheben wagt!"

Ich würde Euch zur Freude an einem so thätigcn GemahlGlück wünschen, liebe Muhme," erwiderte Isabelle,ohne Euchzu beneiden; denn wenn auch gebrochene Beine bei Turnierenbeliebt sind, so ist doch nichts weniger liebenswürdig im Frauen-gemach."

Ei, das Schlagen ist ja doch keine nothwendige Folge derHeirath eines waffcnberühmtcn Ritters," sagte Dame Hameline;obwohl es wahr ist, daß unser Vorfahr, gesegneten Anden-kens, der Rheingraf Gottfried, etwas rauher Natur war undden Genuß des Rheinweins sehr liebte. Der vollkommneRitter ist ein Lamm unter Damen, und ein Löwe unter Lan-zen. Da war Thibault von Montigni, Gott sei mit ihm!er war die sanfteste Seele, die lebte, und nicht nur, daß er