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„Doch nicht der Gesellschaft," sagte die ältere Gräfin; »dies,meine süße Nichte, war unmöglich."
„Ich würde Allem entsagt haben, liebste Tante," antworteteIsabelle mit einer Stimme, die ihrem jungen Führer und Be-schützer in's Herz drang, „Allem für einen sichern und anstän-digen Aufenthalt. Ich wünsche nicht — Gott weiß es, ichwünschte es nie — einen Krieg zwischen Frankreich und meinerHeimat Burgund zu veranlassen, oder daß meinetwegen Men-schenleben verloren gehen sollten. Ich bat bloß um Erlaubniß,mich in's Kloster von Marmoutier, oder in ein anderes heili-ges Asyl, zurückziehcn zu dürfen-"
„So sprichst Du wie eine Thörin, Nichte," antwortete dieältere Dame, „und nicht wie eine Tochter meines edlen Bru-ders- Gut, daß noch Jemand lebt, der etwas von dem Geistedes edlen Hauses von Croye besitzt. Wie sollte eine hvchge-borne Dame von einem sonnverbrannten Milchmädchen unter-schieden werden, wenn nicht dadurch, daß man für die eineLanzen, für die andere bloß Haselstöcke zersplittert? Ich sageDir, Mädchen, daß, als ich noch ganz jung, kaum älter alsDu, war, das berühmte Kampfspiel zu Haflinghem mir zuEhren gehalten ward; der Ausforderer waren vier, der An-greifenden zwölf. Es währte drei Tage und kostete zwei kühnenRittern das Leben, außerdem ward ein Rückgrat, ein Schlüssel-bein, drei Beine und zwei Arme gebrochen, ungerechnet dieFleischwunden und Quetschungen, die der Herold gar nichtzählen konnte; und so wurden die Damen unseres Hauses stetsgeehrt- Ach, hättet Ihr nur halb das Herz Eurer edlen Ahnen,Ihr würdet Mittel finden, an einem Hofe, wo Frauenliebe undWaffenruhm noch Werth haben, ein Turnier zu veranlassen,dessen Preis Eure Hand sein sollte, gleich wie es mit EurerUrgroßmutter, gesegneten Andenkens, beim Lanzenbruch zu