Druckschrift 
6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
56
Einzelbild herunterladen
 

nie so unhöflich war, seine Hand gegen seine Gemahlin zu er-heben, nein, bei unsrer Frau! er, der alle Feinde außcrm Hauseschlug, fand sogar eine schöne Feindin, die ihn im Hause be-arbeiten konnte. Nun, das war seine eigne Schuld erwar einer von den Auüforderern beim Kampfspiel zu Häsling-hem, und er stritt so tapfer, daß, wenn es dem Himmel undEurem Großvater gefallen hätte, sich dort eine Frau von Mon-tigni gefunden haben würde, die seiner sanften Natur sanfterbegegnet wäre."

Die Gräfin Isabelle, die Grund hatte, das Kampsspiel vonHaflinghem zu fürchten, als einen Gegenstand, wobei ihre Muhmestets unerschöpflich war, ließ die Unterhaltung aufhören; undQuentin, der den Zartstnn eines fein erzogncn Mannes besaßund daher fürchtete, seine Gegenwart möchte ein. Hinderniß ihrerUnterhaltung sein, ritt vorwärts zu dem Wegweiser, als ob erihm einige Fragen, die Reiseroute betreffend, vorlegen wollte.

Unterdeß setzten die Damen ihre Reise schweigend fort, oderdoch mit nur gleichgiltiger Unterhaltung, bis der Tag anzubrechenbegann; und da fie mehrere Stunden zu Pferde gewesen waren,suchte Quentin, welcher besorgte, sie möchten ermüdet sein, unge-duldig zu erfahren, wie weit man bis zum nächsten Ruheort hätte-

In einer halben Stunde," antwortete der Wegweiser,solltIhr ihn sehen."

Und dann überlaßt Ihr uns einem andern Wegweiser?"fuhr Quentin fort.

Allerdings, Herr Bogenschütze," erwiderte der Mann;meine Reisen sind stets kurz und direkt. Wenn Ihr undAndre, Herr Bogenschütze, nach dem Bogen geht, so geh' ichstets nach der Sehne "

Der Mond war während dem längst untergegangen, und die