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Handschriften vervielfacht. Können so mechanische, irdischeDinge die Gedanken desjenigen erfüllen, vor dem der Himmelseine eigenen himmischen Bücher entrollt?"
„Mein Bruder," erwiderte Martivalle, — „denn so mußder Bewohner dieser Zelle selbst den König von Frankreichnennen, wenn er ihn als Schüler zu besuchen würdigt —glaubtmir, daß ich in den Folgen dieser Erfindung mit so gewissemSeherblick, als in einer Combination himmlischer Körper, diefurchtbarsten und ungeheuersten Umwandlungen lese. Wennich erwäge, in wie trägem und beschränktem Laufe der Stromder Wissenschaft bisher auf uns niederfloß; wie schwierig ersich von den eifrigsten Forschern erlangen ließ; wie sicher ervon denen, die ihre Ruhe lieben, vernachlässigt wird; wie leichter durch die Einfälle der Barbaren abgeleitet oder ausgetrock-net werden konnte: — wenn ich dies erwäge, kann ich dannohne Bewunderung und Erstaunen das Loos künftiger Ge-schlechter betrachten, auf welche die Wissenschaften herabströ-men werden, wie der erste und zweite Regen, ununterbrochen,unvermindert, unbeschränkt; einige Gegenden befruchtend, an-dere überfluthend; die ganze Gestalt des geselligen Lebensverwandelnd; Religionen gründend und stürzend; aufrichtendund zerstörend Königreiche."
„Halt, Galeotti," sagte Ludwig, — „werden diese Um-wandlungen in unsrer Zeit kommen?"
„Nein, mein königlicher Bruder," erwiderte Martivalle;„diese Erfindung wird einem jungen Baume ähnlich sein, der kürz-lich erst gepflanzt ist, aber den künftigen Geschlechtern Früchte tra-gen wird, so unheilvoll, aber auch kostbar, wie die des GartensEden; nämlich die Erkenntniß des Guten und Bösen."
Nach kurzem Stillschweigen antwortete Ludwig: „Mag dieZukunft schauen, was sie betrifft — wir sind Menschen dieser